Heimische Superfoods

Unter dem Begriff Superfoods werden Lebensmittel zusammengefasst, die besonders reich an Nährstoffen sind und aus diesem Grund zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweisen. Damit ein Lebensmittel als Superfood bezeichnet werden darf, muss es sich in seiner Wirkweise ganz deutlich von herkömmlichen Lebensmitteln abgrenzen. Superfoods liefern demnach deutlich mehr Nährstoffe als andere Lebensmittel. Zudem sollten echte Superfoods möglichst naturbelassen sein.
In den letzten Jahren haben sich einige Superfoods aus Asien und anderen Kontinenten hier in Deutschland etabliert, so zum Beispiel Chiasamen, Acai- und Goji-Beeren, Kakao-Nibs, Quinoa und einige andere mehr. Dass aber auch viele heimische Lebensmittel sehr ähnliche Eigenschaften wie ihre Konkurrenz aus aller Welt aufweisen, ist vielen von uns gar nicht bewusst. Aus diesem Grund habe ich dir im Folgenden mal meine ganz persönlichen TOP 10 der heimischen Superfoods zusammengefasst.

1. Leinsamen (anstatt Chia-Samen)

Die kleinen Samen sind echte Kraftpakete und können, was den Nährstoffgehalt betrifft, bestens mit den aus Fernost importierten Chiasamen mithalten. Im Handel sind sowohl braune wie auch goldene Leinsamen erhältlich.
Leinsamen sind winzige Nährstoffriesen, denn sie bestehen zu etwa 60% aus Omega-3-Fettsäuren. Im Vergleich zu Chiasamen weisen die heimischen Leinsamen sogar noch mehr Alpha-Linolensäure auf. Zudem enthalten sie mehr Kalium und Vitamin E. Weitere gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe von Leinsamen sind Zink, Calcium, B-Vitamine, Vitamin A, Mangan, Selen, Eisen und Magnesium. Des Weiteren stecken in 100 g Leinsamen satte 20 g Eiweiß. Aufgrund ihres hohen Ballaststoffanteils wirken sich Leinsamen positiv auf die Verdauung aus und werden vor allem Menschen empfohlen, die zu Verstopfung neigen.
Der hohe Anteil an Omega-3-Fettsäuren wirkt sich unterstützend auf sämtliche Körperfunktionen aus. So wird nicht nur die Gedächtnisleistung gefördert, sondern auch das Herz-Kreislaufsystem positiv beeinflusst. Zink stärkt das Immunsystem, Proteine fördern den Muskelaufbau und, und, und.
Geschrotete Leinsamen sollen sich sogar positiv auf unseren Hormonhaushalt auswirken.
Das Superfood ist in seiner herkömmlichen Samenform, geschrotet oder auch in Form von Leinöl im Handel erhältlich und lässt sich aufgrund des leicht nussigen Geschmacks sowohl für süße wie auch für herzhafte Speisen verwenden.

Leinsamen
Leinsamen

2. Kürbiskerne

Kürbiskerne sind neben Mohn der pflanzliche Zink-Lieferant Nr.1! Zudem enthalten die Kerne große Mengen Magnesium, Eisen und Kupfer sowie sekundäre Pflanzenstoffe, die dabei helfen, das „böse“ LDL-Cholesterin zu senken. Die grünlichen Kraftpakete sind zudem reich an Eiweiß und liefern rund 19 g Protein pro 100 g. Hinzu kommt, dass das aus Kürbiskernen stammende Eiweiß mit über 130 eine höhere biologische Wertigkeit als Hühnerei, Rindfleisch und Käse hat.
Kürbiskerne werden in der Therapie vieler Krankheiten eingesetzt. Demnach helfen sie gegen eine Reizblase mit häufigem Harndrang, unterstützen bei der Behandlung von Haarausfall, sollen das Brustkrebsrisiko senken und sorgen aufgrund ihres Tryptophan-Gehalts für gute Stimmung und einen guten Schlaf.

3. Heidelbeeren (anstatt Acai)

Heidelbeeren, oder auch Blaubeeren, sind reich an Vitamin C und Ballaststoffen, weisen dafür aber weniger Kalorien auf als die lilafarbene Acai-Beere aus Südamerika.
Forscher aus den USA haben herausgefunden, dass Heidelbeeren gegen Arteriosklerose wirken, also gegen eine Verengung der Blutgefäße durch Ablagerungen an den Innenwänden. Es wird vermutet, dass die Superfrüchte den oxidativen Stress verringern und gleichzeitig die Aktivität von antioxidativen Enzymen steigern und sich damit Ablagerungen in den Arterien zurückbilden können.

Heidelbeeren3
Heidelbeeren (Blaubeeren)

4. Schwarze Johannisbeere (anstatt Goji-Beere)

Auch die schwarze Johannisbeere ist reich an Vitamin C: Bereits 100 g der Beeren decken unseren täglichen Bedarf an Vitamin C. Weiterhin enthalten die süß-sauren Früchte große Mengen Kalium, was eine natürlich entwässernde Wirkung hat. Zudem wird Menschen mit Bluthochdruck empfohlen, regelmäßig schwarze Johannisbeeren zu essen, da diese blutdrucksenkend wirken. Außerdem sind die dunklen Beeren reich an Anthocyanen. Das sind Pflanzenfarbstoffe, die sehr ausgeprägte antioxidative Eigenschaften haben und unsere Zellen vor Alterung schützen. Sie wehren zellschädigende Stoffe ab und wirken zudem durchblutungsfördernd wie auch entzündungshemmend und fördern das Absterben von Krebszellen.

5. Hirse (anstatt Quinoa)

Das Pseudo-Getreide Quinoa erfreut sich insbesondere bei Menschen, die eine pflanzliche Ernährung bevorzugen, großer Beliebtheit. Es ist reich an hochwertigem Eiweiß, nicht-allergen und sättigt lange.
Es muss aber nicht immer das aus Südamerika importierte Produkt sein! Schließlich haben wir mit Hirse ein heimisches Pendant, welches ebenso vielfältig in der Küche eingesetzt werden kann und glutenfrei ist. Hirse ist zudem reich an Eisen und Zink sowie an Vitamin E – das perfekte Lebensmittel für die vegane Küche!

6. Sonnenblumenkerne

Im Sommer wachsen sie hierzulande fast überall, aber wusstest du, dass die Kerne der Sonnenblume echte Nährstoffbomben sind?
Sie sind reich an Magnesium, das unheimlich wichtig für unsere Nerven wie auch für unsere Muskeln ist. Zudem enthalten Sonnenblumenkerne viel Phosphor, Calcium und das B-Vitamin Folsäure sowie die Vitamine E, D, K und A. Aber das ist noch lange nicht alles! Die leicht nussig schmeckenden Kerne sind nämlich auch reich an ungesättigten Fettsäuren und liefern einen hohen Eiweißgehalt, nämlich satte 26 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm. Kein Wunder also, dass die eher unscheinbar wirkenden Kerne gerne zum Aufwerten von Müslis, Brotwaren und Salaten verwendet werden.

7. Walnüsse

Walnüsse sind reich an ungesättigten Fettsäuren und bieten zudem mit 1:4 das perfekte Verhältnis von Omega-3-Fettsäuren zu Omega-6-Fettsäuren. Damit sind sie das perfekte Lebensmittel, um dem „schlechten“ LDL-Cholesterin entgegenzuwirken. Weiterhin fördern Walnüsse die Durchblutung in den Gefäßen und können somit das Risiko, an Arteriosklerose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erleiden, erheblich senken.
Außerdem liefern Walnüsse Antioxidantien, denen insbesondere in der Bekämpfung von Krebs eine wichtige Rolle zugeschrieben wird. In Kombination mit Omega-3-Fettsäuren wirken diese dem Tumorwachstum nachweislich entgegen.

Walnusskerne
Walnusskerne

8. Knoblauch

Wer sich schon einmal genauer in der Apotheke oder in der Drogerie umgeschaut hat, der wird festgestellt haben, dass unter anderem Knoblauch-Kapseln zu erwerben sind. Die sehr streng riechende Knolle hat es nämlich wirklich in sich! Knoblauch regt die Blutzirkulation an und wirkt blutdrucksenkend. Wer regelmäßig Knoblauch isst, schützt sich damit vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Aber das ist noch nicht alles! Die Knolle wirkt sich nämlich auch positiv auf unseren Cholesterinspiegel aus und stärkt die Abwehrkräfte. Ebenso wird Knoblauch eine krebsvorbeugende Wirkung nachgesagt. Weiterhin kann Knoblauch das Wachstum von Bakterien und Pilzen hemmen.
Gegen den unangenehmen Nachgeschmack können Milch(-produkte) und Pfefferminz-Kaugummi kurzzeitig helfen. Allerdings schützt das unsere Mitmenschen nicht vor dem Knobi-Geruch, den wir über den Atem und die Haut absondern. Aber man muss das Superfood ja nicht täglich pur essen, sondern kann es in geringen Dosen immer wieder mit ins Essen mischen.

Knoblauch
Knoblauch

9. Brokkoli

Brokkoli ist insbesondere bei Veganern und Vegetariern eine beliebte Calcium- und Vitamin C-Quelle. Daneben enthält das grüne Kohlgemüse viel Magnesium. Zudem enthält Brokkoli Glucosinolate, denen eine krebshemmende Wirkung nachgesagt wird. Diese können die Bildung von Tumoren verhindern, aber auch die Größe von bereits bestehenden Tumoren verkleinern. Außerdem wirkt Brokkoli blutreinigend und sorgt dafür, dass Gifte wie zum Beispiel Harnsäure aus dem Körper geschwemmt werden.
Aufgrund des hohen Anteils an Ballaststoffen ist das Kohlgemüse sehr sättigend, und bei gerade einmal 30 Kcal pro 100 Gramm können wir auch ordentlich zulangen und tun gleichzeitig etwas Gutes für unsere Gesundheit.

10. Brennnessel

Die Brennnessel hat ihren Ruf als unbeliebtes Unkraut wirklich nicht verdient! Schließlich bietet die Pflanze zahlreiche Nährstoffe und kann sich äußerst positiv auf unsere Gesundheit auswirken.
Das Wildkraut bietet etwa das Dreifache an Eisen wie vergleichbare Mengen Rindersteak. Zudem enthält das Grün sechsmal soviel Vitamin C wie Orangen. In Brennnesselblättern stecken außerdem viel Magnesium, Kalium, Vitamin A und auch Eiweiß.
Brennnesseln sind bekannt für ihre entschlackende Wirkung und werden gerne als Tee oder in Form von Pulver konsumiert. Das Heilkraut besitzt zudem eine schmerz- und entzündungshemmende Wirkung und wird unter anderem eingesetzt, um den Blutdruck zu senken und das Immunsystem zu stärken.
Die Blätter von jungen Brennnesselpflanzen können in Salate gemischt werden, in Smoothies verarbeitet werden oder zum Beispiel gemeinsam mit Spinat gekocht werden. Probiere es einfach mal aus!

    Tipp:

Pflücke bitte keine Brennnesseln, die an befahrenen Straßen oder am Wegesrand wachsen, denn diese sind leider vollgepumpt mit Abgasen. Halte lieber im eigenen Garten, auf Wiesen oder im Wald Ausschau nach den Wildpflanzen oder kaufe dir eine Samenmischung und pflanze dir die Heilkräuter bequem zuhause an.

Brennnesseln
Brennnesseln


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