Glutenunverträglichkeit

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Spätestens, seitdem viele Supermarkt-Regale gefüllt sind mit extra gekennzeichneten Gluten-freien Produkten, wird deutlich, dass Gluten für viele Menschen ein gesundheitliches Problem darstellt. Unter einer Glutenintoleranz, auch Zöliakie genannt, versteht man eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Bei Menschen mit Zöliakie führt der Verzehr glutenhaltiger Nahrungsmittel zu einer Entzündung im Dünndarm und damit verbunden zur Schädigung der Dünndarmschleimhaut. Diese Entzündung tritt aber nur dann auf, wenn die betroffene Person glutenhaltige Lebensmittel wie Weizen-, Roggen-, Dinkel- oder Gerstenprodukte konsumiert (Auf die Symptome gehe ich später noch genauer ein.). Das Immunsystem stuft das in den jeweiligen Lebensmitteln enthaltene Gluten als gefährlich ein und löst entsprechende Reaktionen aus. Aus diesem Grund wird Zöliakie auch als Autoimmunerkrankung bezeichnet.
Die Wahrscheinlichkeit, an einer Zöliakie zu erkranken, liegt heute etwa um das 10-fache höher als noch in den 1980er Jahren.

Was ist Gluten?

Gluten ist ein Klebereiweiß, welches sich in vielen Getreidesorten befindet. Beim Getreide unterstützt das Protein die Speicherung von Nährstoffen und stellt diese dem Keimling während des Keimprozesses bereit. Aus diesem Grund wird Gluten auch gerne als Speicherprotein bezeichnet. Da Gluten bei der Verwendung in der Küche dafür sorgt, dass z.B. Backwaren wie Brot und Brötchen gut zusammengehalten werden und nicht zerfallen, ist es auch Klebereiweiß bekannt.
Neben Weizen enthalten auch Roggen, Hafer, Dinkel und Gerste Gluten und sind damit ein „No-Go“ für den Speiseplan von Menschen mit Zöliakie. Hirse, Buchweizen, Reis, Amaranth und Quinoa sind hingegen frei von Gluten und gute Alternativen für die Zubereitung von Backwaren, Müslis, Desserts u.ä. in der glutenfreien Küche.
Übrigens ist Gluten nicht gleich Gluten. Das Klebereiweiß lässt sich in zwei Gruppen unterteilen: den sogenannten Glutelinen und den Prolaminen. Je nach Getreideart unterscheiden sich diese in ihrer Struktur. Aus diesem Grund machen Glutenintoleranz-Tests auch nur wenig Sinn, denn bei den herkömmlichen Tests wird man in der Regel lediglich auf die Reaktion auf das im Weizen enthaltene Prolamin getestet. Eine Zöliakie als Autoimmunerkrankung lässt sich am besten mit Hilfe einer Biopsie feststellen. Dabei wird ein kleines Gewebestück entnommen und unter dem Mikroskop auf krankhafte Veränderungen der Zellen untersucht.


Verschiedene Arten von Reaktionen auf Gluten

Die meisten von uns haben schon einmal die Begriffe Glutenintoleranz sowie Glutenunverträglichkeit gehört oder gelesen. Und auch von einer Glutensensitivität ist häufig die Rede. Aber was genau ist der Unterschied?
Letztendlich werden die beiden Begriffe zusammenfassend für sämtliche Unverträglichkeitsreaktionen des Organismus auf Gluten verwendet. Während sich eine Zöliakie recht zuverlässig anhand einer Gewebeprobe feststellen lässt, gestaltet sich das Ganze bei einer Glutensensitivität schon etwas schwieriger, da Glutenintoleranz-Tests eher unzuverlässig sind und viele Symptome einer Glutensensititivät (z.B. Kopfschmerzen, Erschöpfung, Stimmungsschwankungen, Schwindel, Konzentrationsstörungen oder Übergewicht) auf zahlreiche andere Krankheiten oder Mangelerscheinungen hinweisen können und nicht unbedingt mit einer Lebensmittelunverträglichkeit in Verbindung gebracht werden.
Reagieren wir nach dem Verzehr von glutenhaltigen Produkten regelmäßig mit Blähungen, Magenschmerzen und/oder Durchfall, dann denken wir sofort an eine Lebensmittelunverträglichkeit. Bei Symptomen wie Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche oder Erschöpfung kommen uns meist eher Mangelerscheinungen oder Stress als Auslöser in den Sinn. Aus diesem Grund ist vielen Menschen gar nicht bewusst, dass sie an einer Glutensensitivität leiden.

Glutenfreie Lebensmittel
Glutenfreie Lebensmittel

Symptome bei einer Zöliakie

Einige der Hauptsymptome für eine Glutenintoleranz habe ich im vorherigen Abschnitt ja bereits erwähnt. Im Folgenden gehe ich noch einmal näher auf diese und noch weitere Symptome ein:

Verdauungsbeschwerden
Beschwerden wie Magenschmerzen, Blähungen, Bauchkrämpfe und Durchfall nach dem Verzehr glutenhaltiger Produkte lassen auf eine entsprechende Unverträglichkeit schließen. Da diese Beschwerden ebenfalls Symptome eines Reizdarms sind, ist es ratsam, genau zu analysieren, diese Verdauungsbeschwerden grundsätzlich oder wirklich nur in Verbindung mit dem Verzehr glutenhaltiger Nahrungsmittel auftreten.

Kopfschmerzen / Migräne
Ständige Kopfschmerzen können Symptome zahlreicher Krankheiten sein und lassen sich erst einmal nicht direkt mit einer Lebensmittel-Unverträglichkeit in Verbindung bringen. Wer ständig Kopfschmerzen oder sogar starke Migräne-Anfälle hat, sollte über eine Untersuchung auf Glutenunverträglichkeit nachdenken, da eine Zöliakie auch neurologische Störungen hervorrufen kann.

Ständige Müdigkeit
Wenn du ständig müde bist, dich erschöpft und zerschlagen fühlst, dann kann das zum einen ein Mangel, z.B. an Vitamin D oder Eisen, die Ursache sein. Zum anderen können diese Beschwerden aber auch auf eine Glutensensitivität hindeuten. Sollten keine Nährstoff-Mangelerscheinungen vorliegen, dann ernähre dich einfach mal eine Woche lang glutenfrei. Bist du weniger müde und zerschlagen, dann reagiert dein Körper abwehrend auf Gluten. Ist keine Verbesserung spürbar, dann liegen vermutlich andere Ursachen vor, die herausgefunden werden müssen.

Kribbeln und Taubheitsgefühle
Du verspürst immer wieder, insbesondere nach dem Verzehr von Backwaren oder Müslis mit Körnern, ein Kribbeln und/oder ein Taubheitsgefühl in Armen und Beinen? Dann könnte eine Glutensensitivität vorliegen. Ebenso können Schwindel und Gleichgewichtsstörungen auf eine entsprechende Unverträglichkeit hindeuten.

Autoimmunerkrankungen
Wusstest du, dass Gluten bereits bestehende Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto (Schilddrüsenentzündung) oder eine rheumatoide Arthritis enorm verschlechtern kann? Diese entzündlichen Erkrankungen gehen, ebenso wie eine Glutenunverträglichkeit, mit massiven Darmproblemen einher. Es besteht sogar der Verdacht, dass Hashimoto und eine rheumatoide Arthritis auf eine Glutensensitivität hindeuten. Aus diesem Grund beschränken vor allem ganzheitliche Mediziner die Behandlung von Schilddrüsenentzündungen nicht nur auf Hormonersatztherapien, sondern beziehen auch das Immunsystem mit in die Therapie ein.

Glutenunverträglichkeit
Brotwaren enthalten oft Gluten

Therapie

Bisher gibt es noch keine Medikamente, mit denen eine Zöliakie behandelt werden kann. Die einzige zuverlässige Möglichkeit der Behandlung einer Glutenintoleranz ist damit eine komplett glutenfreie Ernährung, auch wenn das zunächst einmal eine starke Einschränkung des Speiseplans darstellt. Denn neben zahlreichen Brot- und Backwaren wie Brötchen, Brot, Kuchen und Kekse enthalten auch viele Pasta-Sorten, Pizza, Müslis und Frühstückscerealien sowie panierte Lebensmittel Gluten. Bei einer streng glutenfreien Diät verbessern sich die Beschwerden aber bereits nach nur wenigen Wochen erheblich, was eine enorme Erleichterung im Alltag für die Betroffenen darstellt.
Die Therapie wird dadurch erleichtert, dass bereits zahlreiche Lebensmittelhersteller ihre Produkte entsprechend kennzeichnen und in vielen Supermärkten spezielle Lebensmittel angeboten werden.

Da bei einer Zöliakie aber aufgrund der ständigen Angriffe des Immunsystems der Dünndarm stark entzündet ist, ist damit auch die Aufnahme von Nährstoffen gestört. Das wiederum kann langfristig zu erheblichen Mangelerscheinungen, insbesondere der Vitamine A, B6, B12, K und Folsäure, führen. Ebenso ist eine Unterversorgung mit den Spurenelementen Eisen, Magnesium und Calcium möglich. Aus diesem Grund sollte eine glutenfreie Diät auch durch eine zusätzliche Aufnahme der entsprechenden Nährstoffe begleitet werden, bis sich der Darm von der Entzündung erholt hat.


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Zöliakie – Glutenunverträglichkeit
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