Mikrowelle

Essen aus der Mikrowelle wird stets kontrovers diskutiert. Während Fast-Food-Liebhaber und alle Stressgeplagten mit wenig Lust und Zeit zum täglichen Kochen eine Mikrowelle zum Zubereiten und Aufwärmen von Speisen nicht mehr missen möchten, verurteilen andere das Essen aus dem Strahlengerät aufs Schärfste.
Zerstört die Mikrowelle alle Nährstoffe im Essen und macht es damit zu toter Nahrung?
Sind die Mikrowellenstrahlen gefährlich für unsere Gesundheit?
Oder ist die Mikrowelle eine zeitsparende Alternative zu anderen Gar-Verfahren wie Kochen, Dünsten und Grillen?
Ich habe mal ein wenig recherchiert und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen:

1. Funktionsweise von Mikrowellen

Zunächst einmal stellt sich natürlich die Frage, wie eine Mikrowelle überhaupt funktioniert. In der Regel stellen wir Essen hinein, verschließen das Gehäuse, wählen eine Temperatur und Zeit und drücken aufs Knöpfchen, so dass unser Essen erhitzt werden kann.
Wie genau erfolgt nun aber die Erwärmung der Speisen?

Der Name des Gerätes verrät die Funktionsweise eigentlich schon: Die Erwärmung der Speisen erfolgt mit Hilfe von Mikrowellenstrahlung. Dabei handelt es sich um eine sehr starke, hochfrequente Strahlung, durch welche die Wassermoleküle im Essen in Bewegung gesetzt werden. Durch die dabei entstehende Reibungsenergie erwärmt sich das Essen.

Mikrowelle geöffnet
Mikrowelle ohne Inhalt

2. Mikrowellenstrahlung – gesundheitsgefährdend?

Mikrowellen-Gegner beziehen sich unter anderem sehr oft auf die möglicherweise gefährliche Strahlung, welche gesundheitlich bedenklich sein soll.
Ja, Mikrowellengeräte arbeiten mit elektromagnetischer Strahlung. Allerdings werden ebensolche Strahlen auch von zahlreichen anderen technischen Geräten abgesondert, welche wir zum Teil mehrmals täglich nah am Körper nutzen, so zum Beispiel das Smartphone oder das Tablet.
Sofern wir bei der Nutzung der Mikrowelle entsprechende Sicherheitsmaßnahmen einhalten, kann demnach nicht von einer gesundheitsschädigenden Wirkung die Rede sein. Wichtig ist, dass das Gerät immer verschlossen ist, wenn es in Betrieb genommen wird. So bleiben die elektromagnetischen Strahlen im Gehäuse. Beachte bei der Nutzung der Mikrowelle immer, dass sich das Gerät in einem einwandfreien Zustand befindet. Dazu gehört zum Beispiel, dass sich die Tür vollständig und dicht verschließen lässt und dass sich das Gerät sofort automatisch abschaltet, wenn man die Tür öffnet. Auch wenn die Strahlen bei einem intakten Gerät im Metallgehäuse bleiben, so sind an der Oberfläche der Mikrowelle höhere Strahlungsintensitäten möglich. Aus diesem Grund solltest du während des Mikrowellenbetriebs nicht deine Nase an das Gerät drücken und hungrig auf das Essen im Inneren starren. 😉
Übrigens haben die Mikrowellenstrahlen aufgrund ihrer eher geringen Energie keine direkte zellverändernde Wirkung, und das Essen selbst enthält durch den Garvorgang im Gerät keine Strahlen.

3. Nährstoffverluste durch Zubereitung in der Mikrowelle?

Mikrowellen-Gegner behaupten gerne pauschal, dass das Essen aus der Mikrowelle vollkommen nährstoffarm und somit quasi „tot“ ist, da die Mikrowellenstrahlung gnadenlos alle Nährstoffe im Essen zerstört. Aber ist das wirklich so?
NEIN! Bestimmte Nährstoffe wie zum Beispiel Antioxidantien werden in der Tat zu über 90% beim Garen in der Mikrowelle zerstört. Hier muss aber ganz klar zwischen den einzelnen Nährstoffen unterschieden werden. Denn während die einen nahezu komplett zerstört werden, kommen andere Nährstoffe wiederum sehr gut mit der Zubereitung in der Mikrowelle zurecht. Demnach sind in Punkto Nährstoffgehalt keine pauschalen Aussagen möglich.
Sowohl beim Kochen und Backen wie auch beim Zubereiten in der Mikrowelle gehen Nährstoffe verloren. Kochen wir zum Beispiel Gemüse in heißem Wasser und schütten dieses anschließend weg, dann können wir davon ausgehen, dass das Gemüse dann in Punkto Vitamindichte nur noch wenig zu bieten hat. Das betrifft vor allem wasserlösliche Vitamine wie Vitamin C und B-Vitamine, die während des Kochens ins Wasser übergehen. In diesem Fall ist die Zubereitung in der Mikrowelle vorteilhafter, da hier die wasserlöslichen Vitamine nicht „ausweichen“ können.
Ebenso verhält es sich mit hitzeempfindlichen Vitaminen. Dazu zählen ebenfalls Vitamin C sowie Vitamin D, Vitamin E, Vitamin B1 und Folsäure. Um diese weitestgehend zu erhalten, ist eine möglichst schonende Garung möglich. Das ist zum einen beim Dünsten der Fall. Zum anderen gewährleistet die Mikrowelle im Gegensatz zum Kochtopf und zum Backofen hier eine kurze, schonende Erwärmung. Insbesondere wasserhaltige Lebensmittel lassen sich innerhalb kürzester Zeit bei nur geringer Temperatur in der Mikrowelle erwärmen, da die Erwärmung aufgrund der Bewegung der Wassermoleküle im Inneren der Lebensmittel geschieht.
Im Gegensatz zu wasserlöslichen und hitzeempfindlichen Vitaminen vertragen die lebensnotwendigen Antioxidantien die Mikrowellenstrahlung überhaupt nicht. Antioxidantien bekämpfen freie Radikale, die unserem Organismus erheblichen Schaden zufügen können wie zum Beispiel Krebserkrankungen. Verschiedene Studien belegen, dass in der Mikrowelle zubereitete Nahrungsmittel nur noch einen sehr geringen Anteil von weniger als 5% an Antioxidantien aufweisen, während beim Kochen zumindest noch etwa ein Drittel davon erhalten bleibt.

Mikrowelle mit Essen
Essen in der Mikrowelle

4. Die ungleichmäßige Erwärmung in der Mikrowelle birgt Gefahren!

Dir ist sicherlich schon einmal aufgefallen, dass dein Essen nach dem Erwärmen in der Mikrowelle an manchen Stellen richtig heiß ist und an manchen Stellen noch kalt. Das ist meist dann der Fall, wenn normales Geschirr verwendet wird, welches eigentlich nicht für den Einsatz in der Mikrowelle geeignet ist. Dem Geschirr macht die Erwärmung in der Mikrowelle nichts aus, allerdings wird die Wärme hier nicht gleichmäßig verteilt. Und genau diese ungleichmäßige Erwärmung birgt Gefahren, weil dadurch punktuell bestimmte Krankheitserreger (z.B. in frischeihaltigen Speisen, Hackfleisch und Geflügel) nicht abgetötet werden.

5. Tipps für das Zubereiten von Speisen in der Mikrowelle

Grundsätzlich ist die Mikrowelle also nicht unbedingt schlecht. Sie erwärmt Essen innerhalb kürzester Zeit und schadet insbesondere wasserlöslichen und hitzeempfindlichen Vitaminen sehr wenig. Lebenswichtige Antioxidantien zerstört die Mikrowellenstrahlung jedoch fast gänzlich. Aus diesem Grund empfehle ich, immer wieder von verschiedenen Garmethoden (Dünsten, Kochen, Backen, Grillen, Mikrowelle) Gebrauch zu machen und möglichst viel frisches, nicht gegartes Obst und Gemüse mit in den Speiseplan einzubinden.
Für die Zubereitung in der Mikrowelle solltest du grundsätzlich speziell mikrowellengeeignetes Geschirr verwenden, welches für eine gleichmäßige Wärmeverteilung sorgt und BPA-frei ist. Verwende kein Plastik-Geschirr, auch keines, das angeblich BPA-frei ist, denn auch hier werden im Essen immer wieder Spuren von Weichmachern nach der Zubereitung in der Mikrowelle nachgewiesen.
Decke die Speisen in der Mikrowelle immer gut ab. So verhinderst du ein Austrocknen des Garguts. Zudem ist es ratsam, bei sehr flüssigkeitsarmen Speisen ein wenig Wasser mit dazuzugeben. Außerdem solltest du die Speisen erst nach dem Erwärmen in der Mikrowelle salzen. Das Salz entzieht der Speise nämlich Feuchtigkeit und trocknet diese während des Garvorgangs aus.
Wenn du größere Portionen in der Mikrowelle zubereitest, dann rühre die Speise nach der Hälfte der Zeit einmal komplett um und erwärme sie dann weiter. So gewährleistest du eine gleichmäßige Erwärmung und Abtötung von Krankheitserregern wie z.B. Salmonellen.

Mikrowellengeschirr
Mikrowellengeschirr


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Mikrowelle = Nährstoffkiller und Gefahr für unsere Gesundheit?
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