Wakame Algen

Algen sind nährstoffreiche Meerespflanzen, welche vor allem in der asiatischen Küche zum Einsatz kommen und vielen Nahrungsergänzungsmitteln beigesetzt werden.
Es existieren weit mehr als 10.000 Arten von Algen, wovon aber nur ein kleiner Teil tatsächlich Verwendung in der Küche findet. Während die Pflanzen insbesondere in der ostasiatischen Küche ein wichtiges Grundnahrungsmittel darstellen, werden Algen in Europa doch immer noch sehr kritisch beäugt. Ganz ehrlich, besonders lecker sehen die grünen und bräunlichen, schleimig wirkenden Meerespflanzen auch nicht wirklich aus. In Form von getrockneten Nori-Blättern zur Zubereitung von Sushi-Röllchen oder in Form von grünem Pulver als Beigabe zu Smoothies haben sich Algen aber auch hierzulande bereits etabliert.
Für den Verzehr werden insbesondere Grün-, Braun- und Rotalgen verwendet, welche unter anderem vor den Küsten von Japan, Frankreich, aber auch in Irland und Schottland kultiviert und aufbereitet werden.
Algen werden in gut sortierten Supermärkten wie auch in Asia-Märkten meist in eingelegter oder in getrockneter Form angeboten.


Verschiedene Algenarten

Die wohl bekannteste Rotalge ist Nori, die getrocknet und zu Blättern gepresst wird, welche zum Einrollen von Sushi verwendet werden. Wakame und Zuckertang sind zwei Braunalgen, welche zum Beispiel in der traditionell japanischen Miso-Suppe zum Einsatz kommen und auch für die Zubereitung von Salaten verwendet werden. Ebenso findet die Grünalge Ulva sehr oft Verwendung in der Küche.
Spirulina, Chlorella und AFA-Algen (Aphanizomenon Flos-Aquae) sind kleinste Mikroalgen, die weniger zum direkten Verzehr verwendet werden. Diese Algen werden verstärkt in getrockneter, pulverisierter Form zu Nahrungsergänzungsmitteln wie Pulver und Tabletten verwendet bzw. solchen beigemischt.

Algen
Nori-Blätter & Wakame-Salat

Nährstoffe in Algen

Algen sind vor allem bekannt für ihren hohen Jod-Gehalt. Zwar ist Jod ein essentielles Spurenelement, welches wichtig ist für unseren Stoffwechsel und für die Produktion von Schilddrüsenhormonen, allerdings kann sich ein Jod-Überschuss auch negativ auf unsere Gesundheit auswirken. Der durchschnittlich empfohlene Bedarf bei einem Erwachsenen liegt bei rund 200 Mikrogramm Jod pro Tag. Wer keinen Meeresfisch konsumiert und nur wenig (Jod-)Salz sowie damit angereicherte Produkte in der Küche verwendet, kann seinen Bedarf somit kaum decken. Aus diesem Grund greifen vor allem Veganer gerne auf Algenextrakte mit Jod zurück.

Aber Algen enthalten noch weitaus mehr Nährstoffe, wie z.B. Calcium, Magnesium, Kalium, Zink, Selen, Eisen sowie die Vitamine A, C, E, Folsäure und Niacin. Den Meerespflanzen werden aufgrund ihres Nährstoffgehalts zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt. So sollen sie das Immunsystem stärken sowie Haare, Nägel und das Bindegewebe kräftigen.
Zudem sollen Algen reich an Vitamin B12 sein und sind aus diesem Grund bei Veganern sehr beliebt, da das Vitamin fast ausschließlich in tierischen Produkten enthalten ist und somit der Bedarf bei einer rein pflanzlichen Ernährungsweise ohne Nahrungsergänzungsmittel kaum zu decken ist. Ob der Vitamin-Spiegel sich bei regelmäßigem Verzehr von Algen tatsächlich bessert, ist bisher wissenschaftlich aber noch nicht entsprechend belegt.


In Punkto Omega-3-Fettsäuren scheint sich die Wissenschaft aber einig zu sein. Algenöl ist neben Fisch und anderen Meerestieren ein hervorragender Lieferant für die essentiellen Fettsäuren, insbesondere für die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), welche der Körper nur in minimaler Menge aus der kurzkettigen Alpha-Linolensäure (welche z.B. in Leinsamen, Hanfsamen und Walnüssen enthalten ist) bilden kann. Aus diesem Grund greifen insbesondere Veganer und all diejenigen, die weder Fisch noch Fischölkapseln mögen, auf Algenöl als Ergänzung für den täglichen Speiseplan zurück.
Weiterhin sind Algen kalorienarm, enthalten dafür aber viele Ballaststoffe, welche für ein gutes Sättigungsgefühl sorgen und die Verdauung anregen können.

Algen als Nahrungsergänzungsmittel

Grundsätzlich werden Algen als Nahrungsmittel bei einer ausgewogenen Mischkost eher kontrovers diskutiert und auch gerne als überflüssig bezeichnet. Bei einer rein pflanzlichen Ernährung sieht das Ganze schon – wie bereits im vorherigen Kapitel angedeutet – etwas anders aus.
Insbesondere die Jod- sowie EPA- und DHA-Zufuhr kann hier mithilfe von qualitativ hochwertigen Algenprodukten entsprechend erhöht werden.
Die positiven Auswirkungen von Algen in der Krebs- wie auch in der Alzheimer-Prävention sind hingegen noch nicht ausreichend belegt. Da sich die Erforschung der Algenwelt mit ihren zahlreichen Arten als sehr komplex erweist, können zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen, die von manch einem Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln aber bereits angepriesen werden, noch nicht entsprechend belegt werden. Hier benötigt die Forschung vermutlich noch einige Jahre, um bestimmte Wirkungen durch langfristig angelegte Studien nachweisen zu können.

Algen Nahrungsergänzung
Nahrungsergänzungsmittel aus Algen

Verwendung von Algen in der Küche

Wie bereits in meiner Einleitung erwähnt, werden Algen bei uns vor allem für die Zubereitung von Sushi verwendet und sind in Form von Öl oder Tabletten ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel bei Veganern. In Pulverform werden Mikroalgen sehr gerne als Beigabe zu Smoothies verwendet, um diese in Punkto Nährstoffgehalt aufzuwerten. Besonders beliebt sind sogenannte Green Smoothies mit frischen Spinatblättern, Brennnesseln, Gräsern und Algen(-pulver).

Algen haben einen salzigen, leicht fischigen Geschmack und sind aus diesem Grund nicht jedermanns Sache. Die wenigsten Europäer können Algen pur essen, weil sie den sehr intensiven Geschmack einfach nicht gewöhnt sind. Als Beigabe zu Suppen und Eintöpfen wie auch zu Wok-Gerichten oder zu Salaten sind Algen aber auch für den Europäer genießbar.
Eine weitere Möglichkeit für die Verwendung in der Küche bieten getrocknete Algen, die man mörsern und somit als Gewürz in Suppen, Pfannen- und Wok-Gerichte mischen kann.

Den sehr eigenen Geschmack von Algenpulver in Smoothies kann man durch die Beigabe von süßen Früchten wie Bananen, Datteln und Feigen sowie von Pflanzenmilch wie zum Beispiel Haferdrink recht gut eindämmen.
Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, wieviel maritimes Aroma man mag. Am besten fängst du als Algen-Neuling erst einmal mit sehr kleinen Mengen an und steigerst dich dann langsam.
Viel Spaß beim Experimentieren! 😉


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Lebensmittel-Check: Algen
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