Stess im Alltag

Was ist Stress?

Stress ist eine ganz individuelle körperliche wie auch psychische Reaktion auf unterschiedlichste Gegebenheiten und kann sich bei jedem Menschen anders auswirken.
Insbesondere länger andauernder Stress kann zu ernsthaften körperlichen wie auch seelischen Erkrankungen führen. Langfristige Stressbelastungen schwächen das Immunsystem, erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, können dauerhafte Muskelverspannungen und Migräne verursachen und sind oft die Ursache für psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout.
Stress kann positiv wie auch negativ erlebt werden. Bereits Erlebtes, erlerntes Verhalten wie auch die Erziehung sind Einflussfaktoren, inwieweit Stress als positiv oder negativ empfunden wird.


Ein Beispiel: Du planst eine große Party, zu welcher du viele Gäste einladen wirst, ein Buffet zusammenstellst und ein Rahmenprogramm organisierst.
a) Da du gerne Veranstaltungen planst und dich schon jetzt auf das Event freust, empfindest du die zeitlich aufwendige Organisation als positiven Stress.
b) Du übernimmst ungern Verantwortung und hast bereits schlechte Erfahrungen mit der Planung von Parties gemacht, da bisher immer etwas schiefgelaufen ist. Deswegen empfindest du die Party-Planung als negativen Stress.

Folgen von dauerhaftem Stress

Stress kann sowohl körperliche Symptome und Folgen hervorrufen wie auch seelische. Dabei sind die Symptome sehr vielfältig und wirken sich auf den gesamten Organismus aus.
Zusammengefasst läuft eine Stress-Reaktion unseres Körpers wie folgt ab:
Nach der Wahrnehmung einer bestimmten Situation durch unsere Sinnesorgane entsteht ein sogenannter Schreckmoment, welcher dafür sorgt, dass alle Stoffwechselvorgänge im Körper heruntergefahren werden, um uns auf die bevorstehende Aktion vorzubereiten.
Anschließend mobilisiert unser Organismus mithilfe von Adrenalin und anderen Stresshormonen all seine Energie, was dazu führt, dass unser Puls ansteigt und unsere Muskeln aktiviert werden.
Nach dieser Alarmierung handelt unser Organismus und reagiert entsprechend auf die jeweilige Situation. Während unsere Vorfahren die freigesetzte Energie in dieser Phase tatsächlich wieder abbauen konnten, indem sie zum Beispiel vor Raubtieren flohen oder diese in einem Kampf erlegten, kann diese ganze Energie in der heutigen zivilisierten Neuzeit gar nicht mehr abgebaut werden.
Früher konnte unser Organismus im Anschluss auf Stresssituationen wieder herunterfahren und sich erholen. Da wir im heutigen Alltag sehr oft dauerhaftem Stress ausgesetzt sind, kann der Körper nicht mehr von der Alarmierungs- und Handlungsphase umschalten in die Erholungsphase. Folge: Der Hormonspiegel bleibt dauerhaft auf einem hohen Niveau, Stresshormone werden nahezu ununterbrochen produziert, und unser Organismus befindet sich permanent im Alarmzustand.

Als Folge dieses Dauerzustands können folgende physische Erkrankungen entstehen:
+ Herz-Kreislauferkrankungen (z.B. Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen)
+ Schlafstörungen
+ Kopfschmerzen und Migräne
+ Verdauungsbeschwerden (z.B. Durchfall, Sodbrennen, Übelkeit)
+ Magen- und Darmprobleme (z.B. Magenschleimhautentzündungen, Magengeschwüre)
+ Abwehrschwäche des Immunsystems und damit öfter Infekte
+ Hauterkrankungen wie z.B. Neurodermitis und Psoriasis
+ Viruserkrankungen wie Lippenherpes und Gürtelrose
+ Tinnitus

Zudem verstärkt Stress die Symptome bereits vorhandener Allergien sowie Asthma und Schilddrüsenerkrankungen.

Weiterhin wird Stress mit folgenden psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht:
+ Konzentrationsstörungen
+ Angststörungen und Angstzustände
+ Depressionen
+ starke Unruhe, Anspannung und Nervosität
+ Gereiztheit und Aggressivität
+ sexuelle Unlust und Gefühllosigkeit
+ ADS und ADHS
+ Burnout

Stress ist ein sehr komplexes Thema, welches nicht in einem einfachen Blog-Beitrag behandelt werden kann. Auf Basis meiner Ausbildungen und eigenen Erfahrungen im Umgang mit Stress kann ich dir aber folgende hilfreiche Tipps als präventive Maßnahmen empfehlen. Sofern du diese kleinen Routinen und Hilfestellungen fest in deinen Alltag integrierst, kannst du bereits sehr viel zu einem entspannteren Leben beitragen und präventiv gegen die o.g. Erkrankungen arbeiten.

TIPP 1: Lerne, NEIN zu sagen!

Es klingt so einfach, aber viele Menschen tun sich einfach schwer damit, NEIN zu sagen, wenn ihnen alles zu viel wird. Zu groß ist oft der Druck, Termine einzuhalten oder es dem Arbeitgeber oder auch dem Partner oder der Familie recht zu machen.
Ich habe es selbst in einem sehr langen Prozess erst erlernen müssen, Vorgesetzten und Menschen, die mir sehr am Herzen liegen, in bestimmten Situationen nein sagen zu können. Zum einen lag es daran, dass ich vor meinem Chef nicht als schwach dastehen wollte, zum anderen wollte ich geliebte Menschen nicht verletzen.
Hier ist zudem immer ein gutes Fingerspitzengefühl gefragt, denn jeder Mensch reagiert auf eine Absage anders. Aus diesem Grund ist es ratsam, das NEIN auch immer zu begründen, und zwar so, dass es dein Gegenüber auch akzeptiert.
Wichtig ist es, dass du auf deinen Körper hörst und ganz klare Signale gibst, wenn du merkst, es geht nicht mehr. Ein einfaches NEIN ist ein solches Signal, also wende es an, wenn es notwendig ist! Wir leben in einer ohnehin stressigen Zeit, in welcher von uns grundsätzlich Höchstleistungen erwartet werden. Viele von uns haben einen vollgepackten Terminkalender und wissen manchmal nicht, wo ihnen vor lauter Aufgaben der Kopf steht.

NEIN sagen
NEIN sagen, wenn es dir zuviel wird!

TIPP 2: Setze dich nicht unter Druck!

In der heutigen, extrem leistungsorientierten Gesellschaft kommt es nicht selten vor, dass wir uns zu sehr unter Druck setzen. Der eine möchte beruflich auf der Karriere-Leiter möglichst schnell nach oben klettern, der andere möchte sportliche Höchstleistungen erbringen. Aber auch finanzieller Druck ist ein immer stärker werdendes Problem in unserer modernen Gesellschaft. Viele Menschen profilieren sich über materielle Güter wie Autos, Markenkleidung, Schmuck oder das Eigenheim.
Mein persönlicher Tipp an dich: Entferne dich von Menschen, die ihre Mitmenschen nur über materiellen Reichtum definieren! Starke, erfolgreiche Menschen haben diese Art der Profilierung nicht nötig und wesentlich mehr zu bieten als käuflich erworbenes Prestige.


Setze dir deine Ziele nur so hoch, dass du sie auch erreichen kannst und arbeite mit kleinen Teilzielen, an denen du dich nach und nach entlang hangelst. Und solltest du ein Ziel wie deine Beförderung, deinen geplanten Monatsumsatz oder deine Zielzeit beim Halbmarathon mal nicht erreicht haben, dann lasse nicht gleich den Kopf hängen und setze dich keinesfalls unter Druck! Jeder von uns ist ein Individuum, und jeder Mensch hat ein ganz individuelles Tempo. Akzeptiere das und schalte einen Gang zurück, wenn du merkst, dass der Druck zur Erreichung eines Ziels zu groß ist. Plane mehr Zeit ein und arbeite deine Aufgaben und Ziele in deinem ganz persönlichen Wohlfühl-Tempo ab.

TIPP 3: Priorisiere Aufgaben!

Wir leben in einer ohnehin stressigen Zeit, in welcher von uns grundsätzlich Höchstleistungen erwartet werden. Viele von uns haben einen vollgepackten Terminkalender und wissen manchmal nicht, wo ihnen vor lauter Aufgaben der Kopf steht.
Um nicht vollkommen den Überblick zu verlieren, planen und kalkulieren zu können sowie nicht im endlosen Hamsterrad zu enden, ist es wichtig, Aufgaben zu priorisieren. Welche Aufgaben dabei höchste Priorität haben, musst du natürlich selbst entscheiden. Ich gebe terminlich dringenden Aufgaben immer höchste Priorität sowie Aufgaben, die mich persönlich weiterbringen in der Erreichung meiner Ziele.
Wichtig ist, dass du Aufgaben in verschiedene Kategorien einteilst und die Aufgaben mit höchster Priorität zuerst abarbeitest. Durch die Einteilung deiner Aufgaben und Projekte in verschiedene Kategorien kannst du dich enorm entlasten, weil du alles nacheinander entsprechend der jeweiligen Priorisierung abarbeitest und somit unnötigen Zeitdruck, Chaos und Stress vermeidest.

Aufgaben priorisieren
Aufgaben zu priorisieren erleichtert die Arbeit

TIPP 4: Lasse Unangenehmes nicht zu nah an dich heran!

Unangenehme Situationen können Stressreaktionen hervorrufen und insbesondere auf Dauer zu Frust, Ängsten oder auch Depressionen führen. Was jemand als unangenehm empfindet, kann natürlich sehr unterschiedlich sein. Der eine empfindet es als unangenehm, jeden Morgen früh aufzustehen. Für den nächsten ist es unangenehm, mit dem Auto durch die Rush-Hour zu fahren. Andere wiederum empfinden kontroverse Diskussionen mit geliebten Menschen als unangenehm.
Ich könnte diese Auflistung nun beliebig fortführen. Nichtsdestotrotz musst du für dich selbst entscheiden, welche Situationen, Aufgaben, Gegebenheiten oder Menschen du als unangenehm empfindest und diese meiden oder zumindest nicht zu nah an dich heranzulassen.
Konzentriere dich vielmehr auf das, was dir Spaß bereitet, was dich glücklich macht und lasse diese „schönen“ Dinge nah an dich heran.

TIPP 5: Gönne dir Auszeiten!

Regelmäßige Auszeiten sind das A und O im Kampf gegen Stress und seine Folgen. Den meisten von uns ist das durchaus bewusst. Allerdings wissen viele nicht, welche Maßnahmen für sie als Auszeiten in Frage kommen und wie sie diese Auszeiten in ihren Alltag integrieren.
Dabei muss eine Auszeit nicht gleich ein mehrwöchiger Urlaub im Ausland oder ein teures Wellness-Wochenende sein. Bereits kleine Routinen, die du täglich in deinen Alltag integrierst, können massiv dazu beitragen, Stress zu reduzieren und ausgeglichener zu werden. Diese kleinen Pausen können zum Beispiel folgende Maßnahmen sein: Spazierengehen, Sport treiben, Musik hören, kreativ sein, lesen, Entspannungsübungen u.s.w.
Wenn du dir nicht sicher bist, welche Tätigkeiten dir guttun und bei dir für entspannte Momente sorgen, dann probiere verschiedene Dinge zunächst einmal aus und entscheide dann, welche dieser Maßnahmen sich positiv auf dich auswirken.
Entscheidend ist letztendlich, dass du dir regelmäßig kleine Auszeiten gönnst und diese Pausen / Erholungsphasen fest in deinen Alltag integrierst.

Auszeiten nehmen
Entspannungsübungen gegen Stress



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