Burnout - Symptome ernst nehmen

Wenn du es immer allen recht machen willst…

Burnout oder auch Burnout-Syndrom ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, welche in einem langen Zeitraum von mehreren Monaten bis Jahren entstehen kann. Grundsätzlich kann man sagen, dass es sich bei Burnout um einen dauerhaften Zustand von tiefer physischer wie auch psychischer Erschöpfung handelt. Betroffene haben oft das Gefühl, nicht mehr Herr der Lage zu werden und wirken im Endstadium sehr häufig phlegmatisch, hilflos, verzweifelt und ziehen sich aus dem sozialen Umfeld zurück.

Die Ursachen für Burnout können sehr vielfältig sein. Häufig ist die Entstehung der Erkrankung auf Dauerstress und Überforderung im Beruf, meist in Verbindung mit weiteren privaten Belastungen, zurückzuführen. Aber auch traumatische, nicht verarbeitete Erlebnisse können ein Burnout verursachen.

Betroffene merken meistens nicht, dass sie sich bereits auf dem Weg in diese Erkrankung befinden und nehmen Frühwarnsignale ihres Körpers nicht wahr. Welche Symptome bereits erste Anzeichen für ein Burnout sein können, welche Ursachen Burnout haben kann und wie du dich vor einem Burnout schützen kannst, möchte ich dir in diesem Artikel kurz erläutern.

Banner_Challenge

Diese Symptome sind erste Anzeichen für ein Burnout

Burnout lässt sich in verschiedene Phasen gliedern, welche sich durch ganz spezifische Symptome erkennen lassen. Burnout-gefährdete Menschen möchten es immer allen recht machen, möglichst viele Aufgaben in kurzer Zeit erledigen und stehen permanent unter Strom. Spätestens dann, wenn du nicht mehr abschalten kannst und deine Gedanken nur noch um die Erledigung bestimmter Aufgaben kreisen, stehst du bereits mit einem Bein im Burnout-Sog. Wenn du ständig eine innere Unruhe fühlst, deine eigenen Bedürfnisse immer weiter zurückschraubst und das Gefühl hast, unentbehrlich zu sein und jeder Tag mit seinen 24 Stunden einfach zu kurz ist und dir die Zeit permanent davonläuft, dann sind das ganz eindeutige Alarmzeichen!

Besonders gefährlich wird es dann, wenn du zusätzlich unruhig oder zu wenig schläfst, immer wieder kränkelst und dich häufig schlapp, müde und kraftlos fühlst. Bist du bereits in dieser Phase angelangt, dann heißt es: „STOPP! Reißleine ziehen und einen Gang zurückschalten.“ Hörst du jetzt nicht auf deinen Körper und schreitest ein, dann beginnt ein Teufelskreis, aus welchem du nur sehr schwer und vermutlich auch nur noch mit professioneller Hilfe wieder herauskommen kannst. Und dieser Weg kann sehr lang und sehr schmerzhaft sein.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung distanzieren sich Betroffene meist von ihrem sozialen Umfeld, werden nicht selten depressiv, leiden unter Angstzuständen und geben sich selbst auf. Der ursprüngliche Ehrgeiz, es möglichst vielen Menschen recht zu machen und möglichst viel zu leisten, verwandelt sich in dieser Phase in negative Gefühle (z.B. das Gefühl, ausgebeutet und wenig geschätzt zu werden oder dass alle Bemühungen sowieso keinen Sinn mehr machen), emotionale Kälte und schwindenden Idealismus. Das Selbstwertgefühl nimmt ab, man fühlt sich hilflos und antriebslos, empfindet eine innere Leere und Ohnmacht. Ebenso sind Angstzustände und starke Depressionen möglich.

Aber auch aggressive Symptome wie ständiges Schuldzuweisen an seine Mitmenschen (z.B. an Vorgesetzte, Kollegen, Geschäftspartner, Familienangehörige, Freunde), Reizbarkeit, Zorn, Launenhaftigkeit und Ungeduld sind ernst zu nehmende Anzeichen für ein Burnout.

Burnout1
Überforderung, innere Unruhe und Erschöpfung können Anzeichen für ein Burnout sein

Wenn du bereits mitten drin steckst…

… dann lässt deine körperliche wie auch deine geistige Leistungsfähigkeit immer mehr nach, du bist kontinuierlich demotiviert, machst immer häufiger Flüchtigkeitsfehler, vergisst Termine oder auch Zahlen (z.B. Telefonnummer, Geburtstage, Passwörter, PINs), die du bisher immer im Kopf hattest. In dieser fortgeschrittenen Phase haben Betroffene zudem Probleme, Entscheidungen zu treffen und lehnen jegliche Art von Veränderungen ab, denn das erfordert Kraft, und diese ist in diesem Erkrankungsstadium schon lange nicht mehr vorhanden.

Hinzu kommt, dass sich nun auch immer mehr Desinteresse ausbreitet, das heißt, die Betroffenen ziehen sich zurück. Hobbies werden aufgegeben, man distanziert sich immer mehr von der Familie und von Freunden und empfindet eine permanente Gleichgültigkeit. Die bereits im Anfangsstadium möglichen körperlichen Symptome wie Schlafstörungen, erhöhte Infektanfälligkeit, Bluthochdruck, Kopfschmerzen und muskuläre Verspannungen können sich in dieser Phase noch weiter verstärken. Ebenso können Übelkeit und Verdauungsbeschwerden, Atemprobleme und Asthma, Gewichtszunahme wie auch -abnahme und sexuelle Probleme auftreten. Aufgrund der starken psychischen Belastung greifen viele Betroffene auch immer häufiger zu Alkohol, rauchen verstärkt, konsumieren verstärkt koffeinhaltige Lebensmittel wie starken Kaffee, Energydrinks oder spezielle Booster, auch der Konsum von chemischen Substanzen zum Aufputschen ist möglich.


Die letzte Phase: der Zusammenbruch

Steckst du bereits tief drin im Burnout-Teufelskreis, dann überkommt dich immer häufiger das Gefühl der totalen Hilfslosigkeit und Ohnmacht. Du siehst alles nur noch Schwarz und bist komplett hoffnungslos. Dein ganzes Leben erscheint dir alles als vollkommen sinnlos, du hast einfach keine Perspektive und stellst dir nicht selten die Frage, ob es nicht besser wäre, alles hinzuschmeißen.

Diese Selbstaufgabe ist wirklich die allerletzte Stufe der Verzweiflung und führt nicht selten dazu, dass Burnout-Betroffene sogar an Suizid denken oder sogar versuchen, sich das Leben zu nehmen. In dieser Phase wirken Betroffene oft wie gelähmt. Sie kapseln sich komplett von ihrem sozialen Umfeld ab und haben an nichts mehr Freude. Menschen, die ihnen vorher sehr nahe standen und einen wichtigen Teil in ihrem Leben darstellten, werden nun gleichgültig.

Wer an diesem Punkt angelangt ist, schafft es nicht mehr, mit eigenen Kräften aus dem Burnout herauszukommen. Hier sind nun kompetente Hilfe durch entsprechende Therapeuten und selbstverständlich auch ein hohes Maß an Verständnis durch das soziale Umfeld unbedingt notwendig.

Burnout2
Hilflosigkeit und Ohnmacht

Die 3 Hauptphasen und ihre Symptome des Burnout kurz zusammengefasst:

1.) Anfangsphase
Innere Unruhe, ständig unter Druck stehen, es allen recht machen wollen, Gefühl der Unentbehrlichkeit, Schlafmangel, Verdauungsbeschwerden, muskuläre Verspannungen, Kopfschmerzen, eigene Bedürfnisse zugunsten anderer oder des Jobs zurückschrauben, nicht abschalten können

2.) Hochphase
Erschöpfungszustände wie dauerhafte Müdigkeit, Antriebslosigkeit, fehlende Motivation, Gereiztheit, stark zurückgehende Leistungsfähigkeit, häufige Flüchtigkeitsfehler, mangelndes Selbstwertgefühl, Rückzug, innere Kündigung, Pessimismus, Angstzustände, verstärkter Konsum von Genussmitteln und/oder anderen chemischen Substanzen/Medikamenten, Verlust der Libido, Desinteresse

3.) Endphase
Kompletter Rückzug aus dem sozialen Leben, Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht, Verzweiflung, Kreislauf-/Nervenzusammenbrüche, Gleichgültigkeit, Selbstmordgedanken

Was ich dir mit diesem Artikel mitteilen möchte

Burnout ist eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung, die in der heutigen leistungsorientierten Gesellschaft leider immer noch viel zu oft ignoriert oder als „Schwäche“ der Betroffenen dargestellt wird. Diese Erkrankung verläuft in mehreren Phasen und ist ein Prozess, der sich über Jahre hinweg entwickelt. Die Ursachen können sehr vielschichtig sein und sind häufig eine Kombination aus körperlichen und psychosomatischen Faktoren, welche letztendlich zu einem Zustand der totalen Erschöpfung bis hin zur Verzweiflung und Selbstaufgabe führen können.

Meine Message an dich:
Gehe bitte achtsam mit deinem Körper um und nimm‘ die entsprechenden Signale wahr! Sofern du dich noch im Anfangsstadium befindest und erkennst, dass du die Reißleine ziehen musst und auch entsprechend handelst, sind die Chancen auf eine Besserung inkl. dem Vorbeugen eines kompletten (Burnout-)Zusammenbruchs sehr vielversprechend.
Ignorierst die Warnsignale deines Körpers dauerhaft, dann wirst du immer weiter in diesen regelrechten Sog hineingezogen, und es wird immer schwieriger, aus diesem ohne fremde Hilfe herauszukommen.

Und noch etwas:
Solltest du bei Menschen in deinem sozialen Umfeld (Job, Familie, Freunde) o.g. Symptome wahrnehmen, dann versuche den Betroffenen auf sanfte Art und Weise klar zu machen, dass sie eine Pause benötigen und sich nicht immer für jeden und alles aufopfern müssen. Und sollte jemand in deinem Umfeld bereits in Phase 2 oder 3 sein und z.B. immer wieder für längere Zeit krank geschrieben sein, sich bereits auf Kur oder in Therapie befinden, dann bringe diesen Menschen das notwendige Verständnis entgegen und gönne ihnen die Zeit, die sie für ihre Genesung benötigen.

eBook-Banner




Zurück zur Übersicht Achtsamkeit

Burnout – Symptome ernst nehmen
Markiert in: