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Burnout verhindern – 7 persönliche Tipps
Als Burnout wird ein Zustand starker körperlicher und emotionaler Erschöpfung beschrieben, welcher zumeist das Ergebnis chronischer Überforderung ist. Betroffene sind nicht mehr leistungsfähig, fühlen sich ausgebrannt und ziehen sich zum Teil komplett aus ihrem sozialen Umfeld zurück. Nicht selten haben Burnout-Betroffene auch Suizid-Gedanken, da sie keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen können.
Letztendlich kann es jeden treffen, auch Menschen, die Probleme in der Regel gut bewältigen können. Unter dauerhaftem Stress kann es demnach auch sonst eher starke, resiliente Personen treffen.

Mögliche Ursachen für ein Burnout

Die Ursachen für ein Burnout können sehr vielschichtig sein und sind abhängig von der individuellen Lebens- und Berufssituation wie auch von bestimmten Umständen, persönlichen Erfahrungen, Werten und Einstellungen. Meistens entwickelt sich ein Burnout über einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten oder Jahren und basiert auf dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren, welche letztendlich zu chronischer Überforderung und Erschöpfung führen.
Folgende Faktoren können, vor allem bei mehrfachem Auftreten, ein Burnout begünstigen:

+ ständiger Leistungs- und Zeitdruck im Beruf
+ große Verantwortung
+ Perfektionismus
+ sehr hohe Ansprüche an sich selbst
+ Helfersyndrom
+ mangelnde Kontroll- und Einflussmöglichkeiten im Beruf
+ permanente Konflikte mit Vorgesetzten und Kollegen
+ Mobbing
+ unklare Erfolgsaussichten
+ unerfüllbare Aufgabenzuteilung
+ sehr hohe Arbeitsbelastung
+ übertriebener Ehrgeiz
+ Angst um den Arbeitsplatz
+ Angst vor dem Versagen
+ Angst vor finanziellen Engpässen
+ fehlende Perspektiven
+ private Rückschläge

Werden mehrere dieser Faktoren zur Dauersituation, dann ist die Gefahr sehr groß, an einem Burnout zu erkranken. Aus diesem Grund ist es wichtig, achtsam zu sein und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten, sobald man das Gefühl hat, nicht mehr Herr der Lage zu werden und sich überfordert fühlt.
Welche Strategien dir dabei helfen können, ein Burnout zu verhindern, erkläre ich dir im folgenden Abschnitt.

7 Strategien zur Burnout-Prävention

Wer sich vor dauerhafter Erschöpfung und Burnout schützen möchte, muss auf jeden Fall eines tun: achtsam sein, die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und Warnsignale des Körpers frühzeitig erkennen und ernst nehmen.

Mache dir bewusst, was dir wirklich wichtig ist in deinem Leben. Ist es tatsächlich die immer schnelle und perfekte Abarbeitung deiner Aufgaben im Job? Möchtest du Karriere machen, weil du eine bestimmte Vision hast und beruflich wachsen möchtest? Oder ist es doch eher das Streben nach sozialer Anerkennung, die dir vielleicht fehlt? Wünschst du dir vielleicht sogar mehr Freiheiten in deiner Arbeitsgestaltung oder mehr Einflussmöglichkeiten?
Finde heraus, was dich persönlich glücklich macht und lege den Fokus verstärkt auf deine eigenen Bedürfnisse und nicht auf die deiner Mitmenschen.

1. Sei stets achtsam und hinterfrage deine Bedürfnisse!
Ein Burnout taucht nicht plötzlich auf, sondern entsteht in einem langen, meist schleichenden Prozess und bleibt aus diesem Grund in vielen Fällen lange Zeit unbemerkt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du regelmäßig in dich gehst und dich selbst fragst, ob du wirklich zufrieden mit deinem Leben bist und wie viel Stress du hast. Kommst du wirklich mit dem Stresspegel zurecht, oder fühlst du dich permanent überfordert und empfindest eine ständige innere Unruhe?

2. Betreibe aktives Stressmanagement!
Stress ist definitiv ein Hauptfaktor für die Entstehung eines Burnouts. Möchtest du dich vor dauerhafter Erschöpfung schützen und die Entstehung eines Burnout verhindern, dann musst du aktives Stressmanagement betreiben. Das kannst du zum einen, indem du Entspannungstechniken regelmäßig in deinen Alltag integrierst (z.B. Meditation, Autogenes Training, Qi Gong, Fantasiereisen, Progressive Muskelrelaxation, Yoga) und zum anderen, indem du Stress meidest. Das funktioniert zum Beispiel, indem du Aufgaben abgibst, dir regelmäßig kleine Auszeiten nimmst, ein gutes Zeitmanagement betreibst, unrealistische Erwartungen abbaust und dir realistische Karriereziele setzt.

Bist du dir nicht sicher, welche Situationen dich besonders stark stressen, dann habe ich einen kleinen Tipp für dich: Führe ein Stresstagebuch! Das kann ein kleines Notizbuch sein, welches du immer bei dir führst und in welches du einträgst, welche Situationen oder Vorkommnisse dich besonders reizen, unter Druck setzen und dafür sorgen, dass du dir darüber den Kopf zermarterst. Ebenso kannst du auch gute Kollegen, Freunde und Familienangehörige fragen, wann sie dich als besonders gereizt, abgehetzt, übermüdet und wenig leistungsfähig wahrnehmen.

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Stresstagebuch schreiben als aktives Stressmanagement

3. Verabschiede dich von übertriebenem Ehrgeiz!
Insbesondere Personen, die zu Perfektionismus und Helfersyndrom neigen, sind sehr anfällig für Burnout. Sogenannte innere Antreiber führen letztendlich dazu, dass man dauerhaft überfordert ist und das Gefühl hat, die Kontrolle zu verlieren. Mache dir klar, dass du nicht immer jede Aufgabe perfekt lösen kannst, denn schließlich ist niemand perfekt. Ebenso kannst du dich nicht permanent für andere aufopfern und musst akzeptieren, dass deine Mitmenschen ihre Probleme auch mal ohne deine Hilfe lösen müssen und können.

4. Mache dein Selbstwertgefühl nicht von Erfolgen abhängig!
Viel zu viele Menschen definieren ihr Selbstwertgefühl über Erfolge in Beruf und Privatleben. Sie sind nur dann mit sich selbst zufrieden, wenn sie den fleißigsten Mitarbeiter, den engagiertesten Chef, den hilfsbereitesten Freund, die perfekte Mutter oder den perfekten Vater nach außen darstellen. Löse dich von diesen Gedanken, nur dann wertvoll zu sein, wenn du Erfolg in bestimmten Lebenssituationen hast! Du bist auch ohne Erfolg wertvoll! Gehe mal ganz tief in dich und frage auch mal bei Personen deines Vertrauens nach, was sie an dir besonders schätzen. Vielleicht ist es dein natürliches Aussehen, deine humorvolle und herzliche Art, deine Kreativität, dein respektvoller und stets freundlicher Umgang mit deinen Mitmenschen, dein verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen, deine Diszipliniertheit, deine gefühlvolle Art, deine Geduld, deine Flexibilität,…

5. Pflege deine sozialen Kontakte und nehme sie auch in Anspruch!
Wer ein gutes soziales Netzwerk im Rücken hat, kann viele Probleme viel leichter lösen, da man stets Menschen in seinem Umfeld hat, die einem in schwierigen Situationen zur Seite stehen. Partner, Familienangehörige und gute Freunde sind ein guter Ausgleich zum Arbeitsleben. Mein Appell an dich: Pflege deine sozialen Kontakte und nimm‘ dir stets ausreichend Zeit für deine Liebsten und entferne dich gleichzeitig von Menschen, bei denen du das Gefühl hast, dass sie dich nur ausnutzen und dir nichts zurückgeben.

6. Definiere klare Lebensstile!
Um die Entstehung von Burnout zu verhindern, ist es zudem wichtig, klar definierte Lebensziele zu haben.
Was ist dir in deinem Leben wirklich wichtig? Wohin soll dein Weg führen? Was willst du?
Setze dir ganz klare Ziele in deinem Leben und arbeite dich von kleinen Teilzielen zu einem großen Hauptziel. Wenn du genau festgelegt hast, was du in deinem Leben möchtest und wohin die Reise führen soll, dann verzettelst du dich nicht in „Nebenbaustellen“, die letztendlich gar nicht zielführend sind und dir nur unnötig deine Zeit und Energie rauben. Konzentriere dich nur auf die Projekte, die dich glücklich machen und zu deinem ganz persönlichen Ziel führen und lasse dich nicht von den Vorstellungen und Zielen deiner Mitmenschen beeinflussen. Das einzige, was zählt und wofür du arbeiten solltest, sind deine eigenen, deine ganz persönlichen Ziele.

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Aktives Stressmanagement ist wichtig für ein ausgeglichenes Leben.

7. Strebe einen gesunden Lebensstil an!
Eine ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf Genussmittel wie Nikotin, Alkohol, Energydrinks und sonstige Aufputschmittel, das Einschränken des Konsums von industriell stark verarbeiteten Lebensmitteln und Medikamenten sowie ein aktiver Alltag mit regelmäßiger Bewegung wirken sich positiv auf unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit aus, stärken das Immunsystem und tragen zu einem insgesamt gesünderen und fitteren Leben bei.

Burnout verhindern – Abschließende Worte:

Wenn du merkst, dass du nicht mehr Herr der Lage wirst, dich bereits tief erschöpft und ausgelaugt fühlst und einfach keine Kraft mehr hast, selbst aktiv dagegen vorzugehen, dann nimm‘ dir professionelle Hilfe! Gehe zu deinem Arzt des Vertrauens und schildere ihm deine Situation. Er wird mit dir besprechen, welche Maßnahmen für dich am besten geeignet sind, um den aktuellen gesundheitlichen Zustand wieder zum Positiven hin ändern zu können.

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