Schlafen

Warum erholsamer Schlaf wichtig für unsere Gesundheit ist

Im Durchschnitt verbringt der Mensch etwa ein Drittel seines Lebens mit Schlafen. Vielleicht hast du schon einmal den Spruch „Schlaf wird völlig überbewertet!“ zu Ohren bekommen. Wer diese Aussage ernsthaft tätigt, ist sich der erheblichen Auswirkungen von Schlaf auf unsere Gesundheit jedoch nicht bewusst. Schlafen und vor allem ein erholsamer Schlaf ist nämlich keineswegs vertane Zeit, sondern essenziell für unseren Organismus.
Ja, es gibt immer wieder Phasen im Leben, in denen man mit weniger Schlaf als üblich auskommen muss. Ebenso gibt es auch Phasen, in denen man wesentlich mehr schläft, als man es sonst gewöhnt ist, um sich fit und munter zu fühlen. Eines ist auf jeden Fall klar: Ganz ohne Schlaf können wir auf Dauer nicht überleben. Wer langfristig nur sehr wenig oder unruhig schläft, riskiert letztendlich seine Gesundheit, und das kann gravierende Folgen für unseren Körper und Geist haben. Denn wenn wir schlafen, ruht unser Körper nicht nur. Ganz im Gegenteil, während des Schlafens spielen sich zahlreiche Prozesse in unserem Organismus ab. Welche das sind, erfährst du im folgenden Abschnitt.

Was passiert eigentlich, während wir schlafen?

Sicherlich hast du schon einmal vom Schlafhormon Melatonin gehört. Dieses ist wichtig für einen guten Schlaf und regelt den Tag-Nacht-Rhythmus unseres Körpers. Unser Organismus kann das Hormon selbst herstellen. Bei Dunkelheit wird Melatonin verstärkt ausgeschüttet und kann dann vor allem an den Blutgefäßen im Gehirn andocken. Dadurch wird unserem Körper signalisiert, dass er nun zur Ruhe kommen und entsprechende Prozesse wie das Herunterfahren des Energieverbrauchs ankurbeln sollte. Je höher die Melatonin-Konzentration in unserem Blut ist, desto besser schlafen wir. Demnach kann ein Melatoninmangel zu Schlafstörungen führen.

Während unser Energieverbrauch und unser Blutdruck im Schlaf gesenkt werden, kommt unser Immunsystem nun erst richtig in Gang und läuft auf Hochtouren. Ist das Immunsystem am Tag durch sämtliche körperliche Aktivitäten abgelenkt, kann es sich nun voll und ganz auf die Abwehr von Krankheitserregern kümmern. Kein Wunder also, dass viel Schlaf während einer Erkrankung zu einer schnellen Genesung führt. Je weniger wir schlafen, desto größer ist demnach die Gefahr der Entstehung von Krankheiten durch Erreger wie Viren und desto stärker werden entzündliche Prozesse im Körper gefördert.

Ebenso wie das Immunsystem ist auch unser Gehirn im Schlaf äußerst aktiv. Kaum zu glauben, oder? All die Eindrücke und Informationen, die unser Gehirn im Laufe des Tages über unsere Sinnesorgane aufgenommen hat, werden nun in der Schlafphase sortiert und verarbeitet. Im Schlaf hat das Gehirn nun Zeit und Ruhe, alle Informationen nach wichtig und unwichtig zu sortieren und zu entscheiden, welche Eindrücke davon in das Langzeitgedächtnis übernommen werden.

Unser Herz-Kreislauf-System fährt im Schlaf herunter, d.h. der Puls verlangsamt sich, der Blutdruck sinkt, und Herz und Blutgefäße werden in dieser Erholungsphase entlastet. Ausreichend guter Schlaf kann auf Dauer das Risiko für die Entstehung von Herzinfarkten und Schlaganfällen senken. Ein Grund mehr, dem Schlaf einen hohen Stellenwert zuzuweisen.
Weiterhin regenerieren unsere Muskeln, Sehen und Bänder im Schlaf. Insbesondere unsere Bandscheiben, die den ganzen Tag über unter Dauerbelastung stehen, haben nun die Möglichkeit, sich nun wieder mit Flüssigkeit zu füllen, um am nächsten Tag wieder voll belastbar zu sein.
Ebenso finden verschiedene Stoffwechselprozesse während der Schlafphase statt.

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Zu wenig oder unruhiger Schlaf schadet der Gesundheit.

Die Folgen von Schlafmangel und unruhigem Schlaf

Sicherlich hast auch du schon einmal eine Phase erlebt, in welcher du einfach zu wenig geschlafen hast, z.B. weil du viel arbeiten musstest oder weil du mal eine Nacht durchgefeiert hast. Sicherlich hast du dich müde, kraftlos und erschöpft gefühlt, bist schwer in die Gänge gekommen und hattest Schwierigkeiten, dich zu konzentrieren, oder?

Diese Symptome sind üblich, wenn unser Körper unter Schlafmangel leidet. Über einen kurzen Zeitraum ist zu wenig oder unruhiger Schlaf zunächst einmal nicht wirklich gefährlich. Häufen sich diese Phasen jedoch oder wird Schlafmangel zum Dauerzustand, dann muss man sich jedoch ernsthafte Sorgen um seine körperliche wie auch geistige Gesundheit machen.
Neben der ständigen Müdigkeit und Erschöpfung sind anhaltende Konzentrationsschwäche und mangelnder Lernerfolg Folgen von chronischem Schlafmangel. Hinzu kommt eine erhöhte Infektanfälligkeit, da dem Immunsystem nicht mehr ausreichend Zeit eingeräumt wird, um sich auf seine Arbeit zu konzentrieren. Ebenso werden Stoffwechselstörungen gefördert, was auch eine ungewollte Gewichtszunahme bzw. ausbleibenden Erfolg während einer Diät zur Folge haben kann.

Können unsere Bandscheiben im Schlaf nicht regenerieren, dann sind diese einer dauerhaften Belastung ausgesetzt, was das Entstehen von Bandscheibenvorfällen begünstigt. Ebenso sind Menschen, die zu wenig erholsamen Schlaf haben, anfälliger für Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Hinzu kommt, dass aufgrund der fehlenden Erholung für unseren Geist Gereiztheit, Launenhaftigkeit wie auch Depressionen entstehen können. Und auch die Entstehung von Burnout wird durch chronischen Schlafmangel begünstigt. Ein erholsamer Schlaf ist somit unbedingt notwendig für unsere Gesundheit!

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Dauerhafte Müdigkeit und Erschöpfung sind Folgen von dauerhaftem Schlafmangel.

Erholsamer Schlaf: Tipps gegen Schlafmangel und unruhigen Schlaf

Du schläfst grundsätzlich nur sehr wenig, weil dir der Tag mit 24h einfach zu kurz vorkommt? Oder schläfst du unruhig und wachst immer wieder aus dem Schlaf auf? Hast du vielleicht Einschlafmöglichkeiten und leidest deswegen unter Schlafmangel?

Hier sind ein paar Tipps, die dir dabei helfen können, deinen Schlaf zu fördern:

1.) Plane feste Zeiten ein, wann du ins Bett gehst, um bis zum Klingeln des Weckers die von dir benötigten Schlafstunden zu gewährleisten (Das sind i.d.R. zwischen 6 und 8 Stunden.) und lasse dich daran erinnern, z.B. durch einen Alarm auf dem Handy.

2.) Schließe gedanklich mit dem Tag ab, bevor du zu Bett gehst. Ein wenig Musikhören, eine Entspannungsübung oder das Schmökern in einer Zeitschrift können dazu beitragen, dass du runterkommst und besser einschlafen kannst.

3.) Sorge dafür, dass du in einer angenehmen Umgebung schläfst, d.h. mit viel frischer Luft (Schlafraum vor dem Zubettgehen gut durchlüften oder mit offenem Fenster schlafen), ohne störenden Geräusche, dunkel, bequemes, ausreichend großes Bett mit guter Matratze.

4.) Esse kurz vor dem Zubettgehen nichts Schwerverdauliches mehr und trinke keinen Alkohol, denn dann laufen deine Verdauungsprozesse während des Schlafs auf Hochtouren, was dazu führt, dass du unruhig schläfst.

5.) Treibe kurz vor dem Schlafengehen keinen anstrengenden Sport mehr und vermeide ebenso geistige Höchstleistungen, denn das regt deinen Kreislauf an, was wiederum unruhigen Schlaf begünstigt.



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Erholsamer Schlaf – 5 Tipps
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