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Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Der Name verrät es eigentlich schon, denn unter dem Begriff Nahrungsergänzungsmittel werden verschiedene Substanzen zusammengefasst, die unseren Körper zusätzlich zur Ernährung mit bestimmten Nährstoffen versorgen sollen. Das Angebot ist an Nahrungsergänzungsmitteln ist überaus groß und reicht von der günstigen Vitamin-Brausetablette bis hin zum komplexen Mehrkomponenten Pulver zum Anmischen von Shakes und Getränken. So unterschiedlich die Qualität und Zusammensetzung von Nahrungsergänzungsmitteln ist, so unterschiedlich sind auch die Preise dieser Substanzen. Einfache Vitamin-Brausetabletten aus der Drogerie gibt es schon für wenige Euro, andere Nahrungsergänzungsmittel, insbesondere Mehrkomponenten-Präparate können schonmal 70-80 Euro pro Monatspackung kosten oder sogar noch mehr.

Du kannst diese ergänzenden Produkte in Form von Kapseln, Tabletten, Flüssigampullen, Pulvern, in Fläschchen mit Pipette oder Tropfeinsatz wie auch als Fertigshakes kaufen. Sehr beliebt sind reine Vitaminpräparate, Produkte mit Mineralstoffen und Spurenelementen, wie auch Substanzen mit Aminosäuren, Antioxidantien und Kombi-Präparate.

Wie sinnvoll sind Nahrungsergänzungsmittel?

Bei diesem Thema streiten sich die Geister. Während die einen sagen, dass eine ausgewogene Ernährung völlig ausreicht, um den täglichen Nährstoffbedarf zu decken, wird insbesondere in der Fitnessbranche wie auch von großen Herstellern und Vermarktern verschiedener Produkte propagiert, dass die heute übliche Ernährung aufgrund industrieller Verarbeitung, langer Transportwege, Lagerung und belastender Dünge- und Ungezieferbekämpfungsmittel immer nährstoffärmer wird und man unbedingt auf ergänzende Produkte zurückgreifen müsse. Auf dem Gebiet der Nahrungsergänzungsmittel hat sich in den letzten Jahren ein riesiger Markt entwickelt, und vor allem in den USA haben sich bereits in den letzten Jahrzehnten einige Unternehmen einen Namen durch den Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln gemacht und wachsen stetig weiter, indem sie vor allem jungen Menschen ein zweites Standbein als Geschäftspartner für den Vertrieb ihrer Produkte bieten. Dieser Trend ist in den letzten Jahren auch immer weiter nach Deutschland übergeschwappt, ein Wahnsinnsgeschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln auf einem stetig wachsenden Markt mit einem strategisch gut durchdachten Marketingkonzept, von welchem vor allem diejenigen profitieren, die in der Gründungsphase eingestiegen sind.

Letztendlich muss sich jeder zunächst einmal selbst die Frage stellen, ob er seinen Körper durch seine Ernährungsweise mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen kann. Sollte das nicht der Fall sein, dann wäre der nächste Schritt zunächst einmal die Anpassung der Ernährung an den individuellen Bedarf.
Wer sich gesund und fit fühlt, wenig anfällig für Krankheiten ist und stets körperlich und geistig voll leistungsfähig ist, braucht sich demnach keine Sorgen über eine mangelnde Nährstoffversorgung machen. Ist man hingegen doch recht krankheitsanfällig, fühlt sich oft müde und erschöpft, leidet immer wieder unter Entzündungen und / oder Gelenk- und Muskelschmerzen, hat brüchige Fingernägel, sprödes Haar und schlechte Haut, dann ist es in der Tat angebracht, seine Ernährung zu überdenken und zur Sicherheit ein großes Blutbild sowie weitere Untersuchungen auf einen möglichen Nährstoffmangel beim Arzt vornehmen zu lassen, um Gewissheit zu haben.

Insbesondere viele junge Menschen übergehen jedoch den Schritt der Eigenanalyse und den Check beim Arzt, lassen sich vom guten Marketing vieler Anbieter leiten und konsumieren oft völlig willkürlich Nahrungsergänzungsmittel. Ob diese dann aber wirklich zielführend ist, bleibt fraglich. Bedenkt man, dass die meisten von uns aufgrund der heute üblichen Ernährungsweise chronisch übersäuert sind, dann macht es wenig Sinn, irgendwelche Produkte zu konsumieren, bevor überhaupt geklärt ist, ob der Darm und alle Ausscheidungsorgane zu 100% funktionieren. Sind diese nämlich nur eingeschränkt funktionsfähig, dann können auch die Nährstoffe aus den oft überteuerten Produkten nur bedingt aufgenommen und entsprechend verwertet werden. Ebenso ist es möglich, dass überschüssige Nährstoffe aufgrund hoher Konzentrationen in den zugeführten Produkten nicht ausgeschieden werden können.

Hinzu kommt, dass verschiedene Nährstoffkombinationen gar nicht zielführend sind, da sich die Inhaltsstoffe bei der Aufnahme entweder gegenseitig behindern oder die im Produkt enthaltenen Nährstoffverbindungen gar nicht wie gewünscht vom Körper aufgenommen und verwertet werden können. So gibt es z.B. mehr als 20 Magnesiumverbindungen (Magnesiumsulfat, Magnesiumoxid, Magnesiumcarbonat u.v.m.), die in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden dürfen.

Nahrungsergänzungsmittel
Das Angebot an Nahrungsergänzungsmitteln ist groß – aber welche Produkte machen wirklich Sinn?

In diesen Fällen können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein

Unter bestimmten Bedingungen kann die Aufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in der Tat sinnvoll sein. Um welche Nährstoffe es sich dabei handelt, habe ich im folgenden Abschnitt aufgeführt:

1.) Vitamin B12 und Omega-3-Fettsäuren (DHA und EPA) bei veganer Ernährung
Das von Mikroorganismen produzierte Vitamin B12 ist fast nur in tierischen Produkten wie Fleisch und Eiern enthalten, ebenso in Erde wie auch zum Teil in Meeresalgen. Bei Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren, ist auf Dauer ein Vitamin B12-Mangel möglich. Aus diesem Grund wird Veganern eine Supplementierung mit Vitamin B12 empfohlen.
Ebenso zählen die Omega-3-Fettsäuren DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) zu den kritischen Nährstoffen bei rein pflanzlicher Ernährungsweise. Zwar sind viele Nüsse und Samen sowie daraus hergestelltes Öl reich an Omega-3-Fettsäuren, jedoch handelt es sich hierbei lediglich um Alpha-Linolensäure (ALA). Diese kann zwar in DHA und EPA umgewandelt werden, jedoch ist bis heute noch nicht nachgewiesen, in welchem Maße diese Umwandlung stattfindet, was von Mensch zu Mensch zudem ganz unterschiedlich sein kann. Aus diesem Grund wird Veganern empfohlen, regelmäßig Algen zu essen oder Algen-Öl zu sich zu nehmen, da Algen die langkettigen Fettsäuren DHA und EPA enthalten.

2.) Vitamin D in der dunklen Jahreszeit sowie bei Menschen, die sich hauptsächlich in geschlossenen Räumen aufhalten
Grundsätzlich kann unser Körper Vitamin D speichern, und würden wir uns in der warmen Jahreszeit täglich mit viel freier Haut draußen in der Sonne aufhalten, dann würde unser Vitamin-D-Vorrat auch über den Winter reichen. Jedoch verbringen die meisten von uns eben nicht den ganzen Tag draußen im Freien. Und halten wir uns leicht bekleidet in der Sonne auf, dann schützen wir unsere Haut mit einer Sonnenmilch, um unsere Haut vor Verbrennungen zu schützen. Aus diesem Grund ist es ratsam, vor allem in der dunklen Jahreszeit ein gutes Vitamin D-Präparat in Verbindung mit Vitamin K zu supplementieren. Optimalerweise lässt man den Vitamin D-Spiegel vorab bei einem Arzt ermitteln, damit man weiß, in welcher Dosierung Vitamin D über welchen Zeitraum supplementiert werden muss.

Nahrungsergänzungsmittel_VitaminD
Vitamin D in flüssiger Form ist ein beliebtes und durchaus sinnvolles Nahrungsergänzungsmittel

3.) Curcumin, Boswellia, Sulfuraphan und andere entzündungshemmende Substanzen zur Therapie und Prävention verschiedener Erkrankungen
Es gibt zahlreiche Stoffe in der Natur, welche in hoher Dosierung entzündliche Prozesse im Körper stoppen bzw. diesen vorbeugen können. Insbesondere Kurkuma in Verbindung mit schwarzem Pfeffer ist ein sehr beliebtes Gewürz in der Prävention und Behandlung von Entzündungen. Wer nicht jedes Essen mit diesen Gewürzen in hoher Konzentration aufwerten möchte, kann auch zu entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln greifen.

4.) Magnesium bei krankheitsanfälligen Menschen und Personen, die regelmäßig unter starkem Muskelkater und Wadenkrämpfen neigen
Bei ambitionierten Sportlern und bei Menschen, die häufig erkältet, müde und erschöpft sind, kann die Einnahme von Magnesiumpräparaten hilfreich sein. Magnesium kann Schmerzen lindern, die Muskulatur entspannen und wirkt zudem entzündungshemmend und blutzuckerregulierend.

5.) Eiweißpräparate bei ambitionierten Sportlern mit hohem Trainingspensum
Wer viel Sport treibt, beansprucht seine Muskulatur entsprechend mehr als Menschen, die sich nur wenig bewegen. Eiweiß ist ein wichtiger Baustein für unsere Muskeln, Sehnen und Bänder und trägt dazu bei, dass unser Körper nach starker Beanspruchung wieder schneller regenerieren kann. Insbesondere Menschen, die es nicht schaffen, ihren Bedarf über die Nahrung zu decken, weil sie z.B. sehr schwer sind und entsprechend viel Eiweiß zuführen müssen, können ihre Ernährung mit entsprechenden Produkten ergänzen. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, denn eine regelmäßig stark überhöhte Eiweißzufuhr kann wiederum unsere Nieren stark belasten. Auf die richtige Dosierung kommt es an.

Fazit Nahrungsergänzungsmittel:

Unter bestimmten Umständen kann eine Supplementierung mit Nahrungsergänzungsmitteln durchaus sinnvoll sein. Jedoch sollte vorher analysiert werden, welche Nährstoffe in welchem Maße zusätzlich konsumiert werden sollen und ob es nicht sogar ausreicht, die Ernährung entsprechend anzupassen.
Bei der Auswahl der Produkte ist stets auf eine gute Qualität zu achten. Ich persönlich empfehle Produkte, die in Deutschland hergestellt werden, bei denen die Herkunft der Rohstoffe bekannt ist und dessen Hersteller auch genaue Angaben über die Zusammensetzung der Produkte machen können und die Reinheit der Produkte durch entsprechende Laborblätter nachweisen können.

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Sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?
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