Meditation

Was versteht man unter Meditation?

Meditation ist eine in vielen Religionen und Kulturen ausgeübte spirituelle Praxis, bei welcher sich durch Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen der Geist beruhigen und sammeln soll. In Europa wird Meditation insbesondere als einfache und wirkungsvolle Entspannungstechnik eingesetzt. Kein Wunder, denn mithilfe von regelmäßiger Meditation können Stress und stressbedingte Erkrankungen gemildert werden. Menschen, die regelmäßig eine Entspannungstechnik wie das Meditieren ausüben, profitieren von mehr Gelassenheit und Zufriedenheit im Alltag. Demnach sind sie auch resistenter gegen Stress. Kein Wunder, denn während der Meditation wird unsere Hirnstromaktivität stark gesenkt, so dass nur noch die sehr langsamen Alpha-Wellen produziert werden. Das führt wiederum dazu, dass die Muskelspannung abnimmt, die Atmung sich verlangsamt und gleichmäßiger wird, die Herzfrequenz sinkt und damit in einen tiefen Ruhezustand versetzt wird.
Meditation ist ideal für Anfänger geeignet, die bisher noch keine Erfahrungen mit Entspannungstechniken gemacht haben und sich mehr Gelassenheit und Balance im Alltag wünschen.

Anwendungsbereiche der Meditation

Regelmäßiges Meditieren kann dabei helfen, verschiedene Herausforderungen und Probleme des Alltags zu meistern. Dazu zählen u.a. das Bewältigen von Ängsten, Depressionen, Schlafstörungen und Nervosität wie auch das Stärken des Selbstbewusstseins sowie des Immunsystems. Weiterhin kann Meditation als unterstützende Maßnahme bei der Rauchentwöhnung und anderen Suchterkrankungen oder zum Abbau von Übergewicht eingesetzt werden.
Aber das ist noch lange nicht alles! Regelmäßiges Meditieren kann auch als vorbeugende Maßnahme bzw. als Hilfe zur Behandlung zahlreicher Krankheiten eingesetzt werden. Dazu zählen u.a. Erkrankungen wie ADHS, Burnout, Bluthochdruck, Spannungskopfschmerzen und Migräne, Impotenz und sexuelle Störungen wie auch Allergien.
Wie du siehst, ist Meditation eine vielseitig einsetzbare Technik, die zahlreiche Erkrankungen lindern bzw. diesen vorbeugen kann. Insbesondere in der heute sehr schnelllebigen Leistungsgesellschaft, welche von einem stets sehr stressigen Alltag mit viel Arbeit, Hektik und Eile geprägt ist, kann ich die regelmäßige Anwendung von einfach erlernbaren Entspannungstechniken wie der Meditation nur empfehlen. Es reichen bereits wenige Minuten Übung am Tag. Zudem gibt es zahlreiche Meditationsarten, die ich dir nun im folgenden Abschnitt vorstellen möchte.

Meditationsarten

Vielleicht denkst du beim Wort Meditieren auch erstmal an Menschen im Lotussitz, die stundenlang mit geschlossenen Augen dasitzen, und dir wird beim Anblick dieser Haltung schon ganz unwohl. Wenn dem so ist, dann kann ich dich beruhigen. Meditieren ist in den verschiedensten Haltungen möglich. Zudem sollte jede Entspannungsmethode stets in bequemer Kleidung, in einer angenehmen Umgebung und vor allem in einer für dich bequemen Haltung durchgeführt werden. Schließlich möchtest du dich ja entspannen und nicht verkrampfen.
Grundsätzlich kann man zwischen passiver und aktiver Meditation unterscheiden. Bei der passiven Meditation verharrt man während der Ausübung bewegungslos und in der Regel auch ganz still in einer Position. Das kann im bereits genannten Lotussitz sein, im bequemen Schneidersitz, kniend, auf einem Sessel mit Lehne sitzend oder auch liegend auf dem Rücken sein. Die Augen können geöffnet bleiben oder geschlossen werden. Was von außen sehr regungslos aussieht, sieht im Inneren des Meditierenden jedoch ganz anders aus, denn hier können während der Meditation ganze Fantasiereisen, das Revuepassieren eines Tages oder das Verarbeiten bestimmter Eindrücke passieren. Der Geist ist somit auch während der passiven Meditation stets aktiv.
Wenn du die Stille magst und es grundsätzlich als angenehm empfindest, ohne Bewegung zu entspannen und runter zu kommen, dann ist die passive Meditation sehr gut geeignet für dich.

Meditation Bild1
Meditation ist nicht nur sitzend möglich

Bist du jedoch ein eher hibbeliger Mensch, kannst nicht lange stillsitzen, oder sitzt du ohnehin den ganzen Tag und bist dankbar für jede Art der Bewegung, dann solltest du ruhig mal eine aktive Meditationsmethode ausprobieren. Bei der aktiven Meditation werden verschiedene Bewegungssequenzen durchgeführt. Es gibt aber auch Formen, bei denen man zwar relativ ruhig sitzt oder steht, aber einzelne Worte oder Wortsequenzen spricht oder singt, z.B. bei der Mantra-Meditation. Hier spricht oder singt der Meditierende ein Mantra (das können eine einzelne Silbe, ein ganzes Wort oder auch mehrere aneinandergereihte Wörter sein) immer und immer wieder.

Ich möchte dir im folgenden Abschnitt nun eine weitere Möglichkeit der aktiven Meditation vorstellen: die Gehmeditation.

Aktive Meditation – Beispiel Gehmediation

Die Gehmeditation ist nicht mit dem üblichen Spaziergang zu verwechseln. Aus diesem Grund sollte sie von Anfängern zunächst einmal in geschlossenen Räumen durchgeführt werden, weil hier weniger die Gefahr besteht, abgelenkt zu werden. Idealerweise stören dich in dem Raum keine Umgebungsgeräusche wie Telefonklingeln (schalte dieses auf lautlos), Radio oder TV, laute Gespräche usw.

Hier ist eine kleine Anleitung, die du gleich ausprobieren kannst:

1.) Stelle dich aufrecht hin. Die Beine sind etwa hüftbreit geöffnet. Deine Muskulatur ist locker, die Knie sind leicht gebeugt wie in deiner natürlichen Aufrechthaltung im Stand. Lasse deine Schultern und Arme ganz entspannt nach unten hängen. Atme tief ein und aus.

2.) Spüre nun in deine Füße hinein, versuche den Boden zu fühlen und verlagere dein Gewicht abwechselnd ein wenig nach rechts, nach links, nach vorne und nach hinten, bis du dann wieder in der Mitte ankommst.

3.) Hebe nun ein Bein leicht an und mache den ersten, sehr langsamen Schritt, dann den zweiten und gehe langsam los. Gehe auf diese Art und Weise langsam durch den Raum, quasi im Schneckentempo, und rolle bei jedem Schritt ganz bewusst von der Ferse bis zur Zehenspitze ab. Achte dabei auf deine Atmung und atme tief und gleichmäßig. Du kannst z.B. mit einem Schritt einatmen und mit dem nächsten Schritt ausatmen, dann hast du automatisch eine Gleichmäßigkeit. Bleibe stets locker und lasse störende Gedanken einfach vorbeiziehen.

4.) Durchquere auf diese Weise ein bis zwei Minuten den Raum. Wenn keine Gefahr besteht, dass du irgendwo aneckst, kannst du dabei auch die Augen schließen und dich z.B. mehrmals mit einigen Schritten auf eine Wand zubewegen und dann wieder kehrtmachen. Lasse gedanklich einfach mal los und genieße diese kurze Entspannung ganz bewusst.

Wenn du etwas fortgeschrittener bist, kannst du die Gehmeditation auch draußen im Freien durchführen. Ideal dafür sind ruhige, wenig belebte Orte wie Wiesen, Feld- oder Waldwege. Ebenso entspannend kann eine Meditation (aktiv wie auch passiv) am Rande eines rauschenden Baches oder Flusses oder am Meer sein.

Probiere am besten verschiedene Varianten der Meditation aus, bis du die passende Form für dich gefunden hast. Ich wünsche dir ganz viel Spaß und Erfolg dabei.

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Tiefenentspannt dank Meditation
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