Diäten - Waage

Das Dilemma mit den Diäten

Fast jeder von uns hat schon einmal eine Diät ausprobiert. Grundsätzlich versteht man unter dem Begriff „Diät“ eine bestimmte Ernährungsweise, häufig in Verbindung mit Verzicht auf bestimmte Lebensmittel. Zeitlich kann eine Diät kurzfristig über eine oder mehrere Wochen bis Monate wie auch langfristig über mehrere Jahre oder lebenslang andauern.
In diesem Beitrag beziehe ich mich jedoch ausschließlich auf kurzfristige bzw. temporäre Diätformen zur Gewichtsreduktion. Das Internet und sämtliche Klatsch-Blätter sind voll mit hippen Diäten, die einen schnellen Gewichtsverlust versprechen. Sie locken meist mit viel Gewichtsverlust innerhalb kürzester Zeit. Kein Wunder also, dass diese vielversprechenden Diäten von zahlreichen Menschen ausprobiert werden. Oft auch mit schnellem Erfolg, der aber leider nicht lange anhält.
Eine 5- bis 10-tägige Reduktionskost halten die meisten Menschen gut durch. Wenn es aber darum geht, langfristig mit Hilfe einer Diät über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder sogar Monaten sein Gewicht zu reduzieren, dann sieht das Ganze schon anders aus. Nicht selten bedeutet eine Diät einen großen Einschnitt in unsere bisherige Ernährungsweise und damit eine radikale Umstellung unseres gewohnten Speiseplans. Dass in solchen Fällen die Motivation und Disziplin nach einiger Zeit nachlassen, ist damit also nicht verwunderlich.

Im Folgenden zeige ich dir 7 Gründe auf, warum viele Diäten scheitern:

1. Falsche Diät ausgewählt

Nulldiät, Detox-Kur, Atkins, Basen-Fasten, Schlank im Schlaf, Low Carb, Low Fat, Brigitte Diät, Fit for Fun Diät und FDH sind nur einige Diätformen, die gerne mit dem Ziel der Gewichtsreduktion durchgeführt werden.
Der Fehler, den viele Menschen bei der Auswahl der durchzuführenden Diät machen ist, dass sie sich überhaupt keine Gedanken darüber machen, ob diese Diät sich mit ihren bisherigen Gewohnheiten vereinbaren und problemlos in ihren Alltag integrieren lässt.

Hier sind ein paar Beispiele:
Wenn du überhaupt kein Frühstückstyp bist und morgens am liebsten direkt vom Bett in die Dusche hüpfst und dann mit einem Coffee To Go das Haus verlässt, dann ist eine Diät, bei welcher du morgens ein aufwendiges und sättigendes Frühstück zubereiten musst, überhaupt nicht geeignet für dich.
Wenn du bisher dreimal täglich kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Frühstücksflocken, Brot/Brötchen, Kartoffeln, Reis und sonstige Getreidearten gegessen hast, dann wird dir eine Low Carb-Diät mit Sicherheit den letzten Nerv rauben und über kurz oder lang scheitern.
Ebenso wirst du eine Diät nicht durchhalten, bei welcher du zweimal täglich frisch kochen musst und einen kompletten Speiseplan vorgegeben bekommst, wenn du den ganzen Tag unterwegs bist und Kochen überhaupt nicht dein Ding ist.
Kurz: Eine Diätform, die das komplette Gegenteil deiner bisherigen Gewohnheiten und damit einen extremen Einschnitt in dein Leben darstellt, wird nicht funktionieren.

2. Zu hoch gesteckte Ziele

5 kg Gewichtsverlust in einer Woche.
10 cm Bauchumfang verlieren in 5 Tagen.
5 % Körperfettanteil weniger in 14 Tagen.

Klingt vielversprechend, oder?
Es gibt zahlreiche Diäten, die genau solche hochgesteckten Ziele prophezeien. Das führt wiederum dazu, dass jeder Abnehmwillige seine eigenen Ziele ebenso hoch ansetzt. Und genau das ist das Fatale an der ganzen Sache! Zum einen sind wir alle Individuen mit unterschiedlicher Genetik und Körperform. Jeder Stoffwechsel und auch jedes Hormonsystem funktioniert ein wenig anders, und auch jeder von uns bringt unterschiedliche Voraussetzungen mit, z.B. Körperzusammensetzung, Diäten in der Vergangenheit, Ernährungswissen, körperliche Aktivitäten usw.
Aus diesem Grund sind pauschale Erfolgsversprechen völlig sinnlos. Ebenso solltest du selbst deine Ziele zunächst einmal sehr vorsichtig und realistisch formulieren, um nicht frustriert zu sein, weil du ggf. mal ein Wochenziel nicht erreicht hast. Wenn du dich unter Druck setzt, wird dein Körper wiederum in einen Stress-Zustand versetzt, was zu einer vermehrten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol führt. Und genau dieser Vorgang hemmt das Abnehmen, du befindest dich also in einem Teufelskreis.

Diäten - Realistische Ziele
Realistische und klar definierte Ziele sind wichtig.

3. Gesundheitliche Einschränkungen

Bestimmte gesundheitliche Einschränkungen können dazu führen, dass der gewünschte Abnehmerfolg trotz disziplinierter Umsetzung der ausgesuchten Diätfom ausbleibt.
Bestimmte Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten können verantwortlich dafür sein, dass die entsprechenden Lebensmittel nicht richtig verdaut werden, die Verwertung einzelner Nahrungsmittel eingeschränkt ist oder gehemmt wird und dadurch unter Umständen Nährstoffmängel entstehen. Hinzu kommt, dass die unangenehmen Reaktionen des Körpers auf nicht vertragene Inhaltsstoffe von bestimmten Lebensmitteln ganz schnell zum Abbruch der Diät führen.
Ebenso ist es möglich, dass hormonelle Einschränkungen dafür verantwortlich sind, dass Diäterfolge ausbleiben, z.B. bei einer Schilddrüsenunterfunktion und weiteren hormonellen Einschränkungen.

4. Kein Einbeziehen des sozialen Umfelds

Das zweite Frühstück mit den Kollegen im Laufe des Vormittags, der Feierabend-Cocktail mit den Freunden, der TV-Snack abends auf der Couch mit den Liebsten oder das Kaffee-Kränzchen am Sonntag können einen Abnehmerfolg – je nach Diätform – ganz schnell zunichtemachen. Sofern man das soziale Umfeld nicht in sein Vorhaben involviert hat, kann man aber auch keine Rücksicht verlangen. Aus diesem Grund macht es Sinn, Familie, Freunde und Kollegen freundlich auf deine Diätpläne hinzuweisen und anzusprechen, dass dir die Erreichung deines Ziels wirklich sehr am Herzen liegt und es dir aus diesem Grund keiner übel nehmen soll, wenn du auf die Extra-Köstlichkeiten verzichtest.

5. Genetische Voraussetzungen

Unser Körper ist stets bestrebt, möglichst viel Energie aus der aufgenommenen Nahrung zu speichern und mit möglichst wenig auszukommen. Das liegt daran, weil der Mensch früher mit permanenten Hungerphasen zu kämpfen hatte, was dazu geführt hat, dass unser Körper im Laufe der Evolution verschiedene „Überlebensprogramme“ entwickelt hat, um einen schnellen Hungertod zu vermeiden. Diese Programme können je nach körperlicher Voraussetzung und ausgewählter Diätform dazu führen, dass der schnelle Erfolg zunächst einmal ausbleibt.
Ob die Genetik des Einzelnen sich maßgeblich auf den Erfolg einer Diät auswirkt, ist bis dato jedoch noch nicht einheitlich geklärt. Während auf der einen Seite behauptet wird, die individuelle Genkonstellation habe direkte Auswirkungen darauf, wie bestimmte Lebensmittel vertragen und verarbeitet werden, heißt es auf der anderen Seite wiederum, dass die Genetik keinen Einfluss auf den individuellen Diäterfolg habe.

Klar ist jedoch, dass unser Körper in der Lage ist, Energie effektiv zu speichern, um diese in Hungerzeiten abrufen zu können.

Diäten - Genetik
Unser Körper ist in der Lage, Energie über lange Zeiträume zu speichern.

6. Aufdiktierte Diät

Diät auf Rezept oder auf Befehl? Ja, das gibt es! Sei es der Arzt, der dir eine Diät aufdrängt oder dein Partner, der dir sagt, du sollst doch bitte mal wieder mehr für deine Figur tun. Ganz gleich, wer dir eine Diät aufzwingen möchte – unter dieser Voraussetzung funktionieren die wenigsten Diäten. Warum? Weil du dich innerlich gegen diese aufgezwängte Einschränkung wehrst und sich Widerstand in dir entwickelt.
Wenn du abnehmen möchtest und dich für eine Diät entscheidest, dann sollte das definitiv aus eigener Überzeugung geschehen und eine entsprechende Motivation vorhanden sein.

7. Veränderung des Kalorienbedarfs und des Stoffwechsels

Im Alter wird es immer schwieriger, überschüssiges Gewicht zu verlieren, da der Stoffwechsel insbesondere ab dem 40. Lebensjahr langsamer wird und der Kalorienbedarf gleichzeitig sinkt, was häufig auch auf den Rückgang der Muskelmasse zurückzuführen ist.
Dieser Prozess setzt in bestimmten Fällen auch schon in jungen Jahren ein. Das ist nämlich dann der Fall, wenn du bereits eine oder mehrere Diäten mit starken Einschränkungen der Kalorienzufuhr durchgeführt hast. Denn – wie ich bereits unter Punkt 5 erwähnt habe – ist unser Körper darauf ausgelegt, einen Hungertod zu vermeiden. Bei einer mehrwöchigen eingeschränkten Kalorienzufuhr reagiert unser Organismus demnach mit dem Herunterschrauben des Stoffwechsels und kommt dann mit weniger Kalorien pro Tag aus. Die Folge: Jojo-Effekt direkt nach der Diät bzw. Probleme beim Abnehmen bei der nächsten Diät.

Diese 7 Punkte sind nun aber kein Grund zum Verzweifeln. Selbstverständlich kannst du unter Beachtung einiger wichtiger Faktoren dazu beitragen, dass du bei der Durchführung einer Diät nicht (mehr) scheiterst. Lese dazu am besten gleich noch diesen Beitrag: >> So hältst Du die Diät durch!

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Warum Diäten scheitern
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