Fasten

Was versteht man unter Fasten?

Fasten ist kein Trend der Neuzeit. Bereits im Mittelalter wurde Fasten insbesondere durch die Gelehrte und Äbtissin Hildegard von Bingen bekannt, welche sich u.a. mit Naturmedizin beschäftigte und das Fasten als unterstützende Maßnahme zur Reinigung von Körper und Geist empfahl. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Heilfasten nach Otto Buchinger bekannt, welches sich auch heute noch als unterstützende Heilmethode bei zahlreichen Erkrankungen sehr großer Beliebtheit erfreut. Ebenso wird in verschiedenen Religionen das Fasten vermutlich schon seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden praktiziert, so zum Beispiel im Hinduismus, im Buddhismus, im Judentum wie auch im Islam oder im Christentum (hier eher als Maßnahme des bewussten Lebens und weniger als Verzicht auf feste Nahrung). Eine moderne und heute sehr häufig praktizierte Fastenmethode ist zudem das intermittierende Fasten, welches sich auch bei jungen, gesunden Menschen immer größerer Beliebtheit erfreut. Auf die einzelnen Fastenmethoden werde ich später in einem separaten Abschnitt noch etwas näher eingehen.
Unter Fasten versteht man im Allgemeinen den freiwilligen Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für einen begrenzten Zeitraum. Dieser Zeitraum kann sich auf mehrere Stunden bis hin zu mehreren Wochen belaufen. Hat sich der Körper an den Verzicht gewöhnt, dann geht das Hungergefühl (meist nach den ersten 2-3 Tagen) zurück. Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit bleibt zudem erhalten, weil unser Organismus während der Fastenzeit auf die körpereigenen Reserven als wichtige Energie- und Nährstoffquelle zurückgreift.

Warum wird gefastet?

Beim Fasten wird aufgrund der ausbleibenden Zufuhr von fester Nahrung wie auch von Genussmitteln wie Alkohol, Kaffee, Energydrinks oder auch Tabak unser Verdauungstrakt entlastet. Weiterhin können über die Ausscheidungsorgane (Nieren, Lunge, Haut, Darm, Leber) verstärkt Gifte, Schlacken und sonstige Abbauprodukte ausgeschieden werden. Diese innere Reinigung wirkt somit wie eine Wellnesskur für unseren Organismus und fördert regenerative Prozesse im Körper.
Viele Menschen nutzen das Fasten als unterstützende Maßnahmen beim Heilen verschiedener Krankheiten oder einfach, um dem Körper mal eine Zeitlang eine regenerative Pause zu gönnen, in welcher er nicht 24h pro Tag mit der Verdauung teilweise sehr belastender Lebensmittel beschäftigt ist. Ein Nebeneffekt, den viele Fastende begrüßen, ist die Gewichtsabnahme, welche zum einen auf der Darmentleerung und Entwässerung, zum anderen auf den Abbau von Fettreserven (bei mehrwöchigem Fasten) zurückzuführen ist. Dennoch sollte Fasten ohne entsprechende Betreuung nicht als Maßnahme zur schnellen Gewichtsreduktion angewandt werden.

Fastenmethoden

Fasten ist nicht gleich Fasten. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, gibt es verschiedene Fastenmethoden, die vom mehrstündigen Komplettverzicht auf Nahrungsmittel und Getränke (z.B. im Ramadan) reichen bis hin zum mehrwöchigen ausschließlichen Verzehr von Obst- und Gemüsesäften (Saftfasten). Einige der gängigsten Fastenmethoden sind folgende:

Klassisches Heilfasten nach Buchinger:
Das klassische Heilfasten nach Otto Buchinger wird sehr häufig in Kurkliniken angeboten, aber auch gerne als präventive Maßnahme durchgeführt. Bei dieser altbewährten Fastenmethode werden neben Wasser, Obst- und Gemüsesäften auf Gemüsebrühe verzehrt.

Saftfasten:
Wie der Name schon verrät, werden bei dieser Fastenmethode (meist frisch gepresste) Obst- und Gemüsesäfte verzehrt. Auf sonstige Nahrungsmittel wird komplett verzichtet.

Basenfasten:
Beim Basenfasten handelt es sich um eine Methode, bei welcher auch feste Nahrung aufgenommen werden kann. Wichtig ist nur, dass es sich dabei um natürliche, basenbildende Lebensmittel handelt. So werden neben Säften auch Obst und Gemüse, Salate, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Pseudo-Getreide wie z.B. Buchweizen verzehrt.

Milch-Semmel-Kur nach Franz X. Mayer:
Neben ungesüßtem Tee wird bei dieser Fastenmethode täglich ein Milch-Brei, bestehend aus Semmeln und Milch, verzehrt. Ziel dieser Methode ist es, über das langsame Kauen eine schonende Entgiftung anzuregen.

Intermittierendes Fasten:
Eine heute sehr verbreitete und äußerst beliebte Fastenmethode ist das intermittierende Fasten, bei welchem sich die Nahrungsmittelaufnahme auf ein klar definiertes Zeitfenster beschränkt. So wird zum Beispiel 16 Stunden lang gar keine Nahrung (außer Wasser) aufgenommen und der tägliche Bedarf an Essen und Nährstoffen innerhalb der verbleibenden 8 Stunden gedeckt.
In der Regel wird hierbei der Nahrungsverzicht während des Schlafs einfach noch nach hinten über den Morgen- und Vormittag hinweg ausgedehnt. Aus diesem Grund ist die Methode recht einfach in den Alltag integrierbar, zumal man sich die Fasten- und Essenszeiten frei einteilen kann.

Fasten
Bei den meisten Fastenkuren wird lediglich Flüssignahrung verzehrt.

Was passiert beim Fasten?

Verzichten wir über einen längeren Zeitraum auf feste und schwer verdauliche Nahrung, werden nicht nur unsere Verdauungs- und Entgiftungsorgane entlastet, sondern der Körper greift aufgrund der verminderten Energiezufuhr auf die körpereigenen Reserven zurück. Dabei werden zunächst verstärkt die Glykogenspeicher geleert und später auch auf die Fettreserven zurückgegriffen.
Zudem entwässert der Körper und schwemmt während des Fastens verstärkt Giftstoffe aus. Da die moderne Ernährung häufig sehr stark verarbeitete, säurebildende und mit Schadstoffen verunreinigte Lebensmittel beinhaltet, ist unser Organismus tagtäglich einer sehr hohen Belastung ausgesetzt, die unsere Entgiftungsorgane kaum mehr bewältigen können. Während des Fastens können sich diese Organe nun darauf konzentrieren, bereits lange im Körper abgelagerte Stoffe auszuscheiden.

Positive Wirkungen des Fastens

Fasten hat sowohl positive Auswirkungen auf unseren Körper wie auch auf unsere Seele. Insbesondere mehrwöchiges Fasten kann zu einer deutlichen Verbesserung der körperlichen und seelischen Gesundheit beitragen.
Neben strafferer Haut und Gewichtsverlust kann das Immunsystem gestärkt, die Blutfettwerte gesenkt, die Darmfunktion stabilisiert und der Geschmacks- und Geruchssinn stabilisiert werden. Weiterhin können auch chronische Beschwerden wie Diabetes-Typ-2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Rheuma gelindert werden.
Auf psychologischer Ebene verspüren Fastende nach einem ersten Tief und regelrechtes Hoch mit Glücksgefühlen. Das hängt damit zusammen, dass der Nahrungsverzicht und der damit verbundene anfängliche Hunger für etwas Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Stimmungsschwankungen einhergeht. Hat sich der Körper auf die Hungerphase eingestellt, fühlen sich viele Fastende regelrecht befreit. Es stellt sich ein allgemeines Wohlbefinden ein, da der Körper nun das Glückshormon Serotonin ausschüttet und gleichzeitig die Konzentration des Stresshormons Cortisol abnimmt.

Richtig fasten – so geht’s:

Fasten sollte niemals abrupt von heute auf morgen durchgeführt werden. Vor dem allerersten Fasten ist ein Check-Up beim Arzt sinnvoll. Ebenso sind Fastengruppen empfehlenswert, denen man sich anschließen kann. Insbesondere für Fastenanfänger ist der regelmäßige Austausch mit Gleichgesinnten wichtig.

Grundsätzlich gliedert sich das Fasten in 3 Phasen: Umstellungsphase, Entschlackungsphase, Aufbauphase.

Die Umstellungsphase sollte mindestens einen Tag dauern und dient dazu, den Körper schon einmal zu entlasten und ihn auf die bevorstehende Entschlackungsphase einzustellen. An diesen Entlastungstagen wird die Nahrungsmittelaufnahme bereits eingeschränkt und auf Genussmittel (z.B. koffeinhaltige Getränke, Alkohol, Zigaretten), Süßigkeiten und Junkfood verzichtet. Außerdem wird die Flüssigkeitszufuhr wird bereits erhöht.
Sofern nur ein Entlastungstag geplant ist, werden an diesem Tag auch Maßnahmen zur Unterstützung der Darmentleerung getroffen, wie z.B. die Einnahme von Bitter- bzw. Glaubersalz oder Rizinusöl. Ebenso sind Einläufe möglich. Dauert diese Phase mehrere Tage, dann werden diese Maßnahmen zum Ende oder auch zum Anfang der folgenden Phase getroffen.

Bei der Entschlackungsphase handelt es sich um den Fastenprozess an sich, d.h. die Durchführung der jeweils gewählten Fastenmethode. In dieser Phase stellt sich der Körper allmählich auf den Nahrungsverzicht ein. Damit nehmen auch die anfangs unangenehmen Symptome wie Hungergefühl, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen oder verstärktes Kälteempfinden ab, und der Fastende erlebt das sogenannte Fastenhoch.
Empfehlenswert sind in dieser Phase unterstützende Maßnahmen wie sanfte Bewegung an der frischen Luft, Entspannungstechniken wie Mediation oder auch entspannende Bäder. Diese Phase kann mehrere Tage bis hin zu mehreren Wochen andauern.

Mit derAufbauphase ist das Fastenbrechen gemeint. Der Körper wird nun langsam wieder auf die regelmäßige Nahrungszufuhr gewöhnt. Je länger die Entschlackungsphase dauert, desto länger sollten auch jeweils die Umstellungs- und die Aufbauphase sein. Meistens werden jeweils ein bis drei Tage eingeplant. In der Aufbauphase werden zunächst leichte Speisen wie z.B. geriebene Äpfel und Möhren, Salate oder gedünstetes Gemüse verzehrt, bevor man dann zum Ende dieser Phase langsam wieder zur herkömmlichen Ernährung übergeht.
Beim intermittierenden Fasten entfallen aufgrund der kurzen Fastendauer diese Phasen. Man kann die Übergänge zwischen Fasten- und Essphasen aber dennoch mit entsprechend leichten Gerichten gestalten.

Fasten
Frisches Obst und Gemüse als Basis für die Phasen vor und nach der Fastenkur

Fasten ist nicht für Jedermann geeignet!

Auch wenn Fasten zahlreiche positive Auswirkungen auf unseren kompletten Organismus haben kann, so ist es nicht für jeden Menschen geeignet.
Depressiven Personen mit seelischen Störungen wie auch Kindern und sehr alten, schwachen Menschen wird von mehrtägigem oder sogar mehrwöchigem Fasten mit ausschließlich flüssiger Nahrungszufuhr abgeraten. Ebenso sollten Menschen mit Essstörungen, Untergewichtige sowie schwangere und stillende Frauen nicht fasten. Ebenso wird bei schweren Organerkrankungen von einer Fastenkur abgeraten. Zudem ist Fasten für Menschen, die sich in sehr stressigen Phasen befinden, nicht empfehlenswert.

Welche Maßnahmen deinen allgemeinen Gesundheitszustand nachhaltig verbessern können, erläutere ich dir in meinem 4-teiligen-Video-Workshop IMPROVE YOURSELF – Dein Workshop für maximale Power!:

Anmeldung Improve Yourself Workshop



Zurück zur Übersicht Tipps & Tricks

Fasten – Wellness für deinen Körper
Markiert in: