Heimische Heilpflanzen

Heilpflanzen – Natürliche Arzneimittel

Heilpflanzen sind nicht nur getrocknet in der Apotheke, als Samen oder Pflanzen im Gartencenter oder als Zutat in Tees, Salben und Bädern erhältlich, sondern sie wachsen auch hierzulande wild an Straßenrändern, an Gehwegen, auf Wiesen, an Feldern, im Wald.

Die Rede ist von heimischen Heilpflanzen, die leider viel zu selten als solche wahrgenommen werden. Dabei haben es die teilweise wunderschön blühenden Wildpflanzen wirklich in sich!

Heute möchte ich dir 5 sehr beliebte heimische Heilpflanzen vorstellen:

1) Heimische Heilpflanzen: Beifuß

Beifuß ist eine eher unscheinbare Heilpflanze, die aber bereits in der Antike vielseitig zu medizinischen Zwecken verwendet wurde. Insbesondere in der Frauenheilkunde war und ist er heute noch eine beliebte Heilpflanze aufgrund seiner entkrampfenden Wirkung bei Menstruationsbeschwerden. Bei Unterleibsschmerzen, Eierstockentzündung und Blasenkartarrh kann Beifuß mit seinen wärmenden Eigenschaften wertvolle Hilfe leisten.

Die in der heimischen Heilpflanze vorkommenden Bitterstoffe wirken sich zudem positiv auf die Verdauung aus, indem sie den Körper dazu anregen, mehr Magensäure und Speichel zu produzieren. So kann Beifuß den Magen beruhigen, Blähungen wie auch Appetitlosigkeit lindern.
Weiterhin kann die Heilpflanze aufgrund ihrer entspannenden Wirkung bei nervösen Schlafstörungen wie auch bei Flugangst und anderen Ängsten eingesetzt werden. Zu diesem Zwecke werden neben Tee und Fußbädern auch mit Beifußblättern und –blüten gefüllte Kräuterkissen verwendet.

2) Heimische Heilpflanzen: Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke ist im Frühling und Sommer sehr häufig an halbschattigen bis schattigen Plätzen, wie z.B. an Wegesrändern, auf Wiesen und vor allem in Wäldern zu finden. Dennoch liefert die Pflanze viele wertvolle Vitamine und Mineralstoffe.

Da die Blätter des Krauts sehr den Blättern der Brennnessel ähneln, wird sie sehr häufig mit dieser verwechselt. Allerdings haben die Knoblauchsrauke-Blätter keine schmerzhaften Brennhaare und sind an den Blatträndern weniger gezackt als es bei Brennnessel-Blättern üblich ist. Ihre weißen Blüten blühen etwa von April bis in den August hinein.

In der Küche ist die Knoblauchsrauke aufgrund ihres leicht pfeffrigen, knoblauchartigen Geschmacks beliebt. Pflückt man das Kraut oder zerreibt die Blätter mit den Fingern, nimmt man einen deutlichen Knoblauch-Geruch wahr.

Die Knoblauchsrauke enthält Senfölglykoside, Saponine und ätherische Öle, welche sie auch als Heilpflanze sehr wertvoll machen. Aufgrund dieser Inhaltsstoffe wirkt das Kraut antibakteriell, schleimlösend, wassertreibend, auswurfsfördernd und leicht wundheilend. Zu den Einsatzgebieten der Knoblauchsrauke zählen somit Erkältungsbeschwerden, Entzündungen des Mund- und Rachenraums, Verdauungsbeschwerden, Gicht, rheumatoide Beschwerden wie auch Wundheilung. Als Darreichungsformen kommen vor allem Tees und Kompressen, welche aus Presssäften der ganzen Pflanze hergestellt werden, in Frage.

Da es für die o.g. Beschwerden jedoch wirkvollere heimische Heilpflanzen gibt, kommt die Knoblauchsrauke heute weniger als Heilpflanze, sondern mehr als schmackhaftes Wildgemüse in der gesunden Kräuter-Küche zum Einsatz.

3) Heimische Heilpflanzen: Nachtkerze

Die Nachtkerze sieht mit ihren herrlich gelben Blüten nicht nur wunderschön aus, sondern sie schmeckt auch hervorragend und bringt auch noch heilende Eigenschaften mit. Ihre Samen enthalten u.a. Gamma-Linolensäure, eine wertvolle, mehrfach ungesättigte Fettsäure, der zahlreiche positive Wirkungen auf den Körper zugesprochen werden. Die Nachtkerzen-Samen können einfach verzehrt werden und finden z.B. als Topping zu Salaten und Müslis, in Backwaren wie auch zu Pfannengerichten Verwendung.

Nachtkerze wirkt aufgrund ihrer Inhaltsstoffe entzündungshemmend, blutreinigend, entkrampfend, unterstützt das Nervensystem und wirkt sich positiv bei (Binde-) Hautproblemen aus. Zu kosmetischen Zwecken, z.B. zur Verwendung in Cremes, wird das Nachtkerzenöl aus den Samen herausgepresst und dann weiterverwendet.

In der Küche finden nicht nur die Samen Verwendung. Auch die Knospen, die Blüten, Blätter und die Wurzel der Nachtkerze sind zum Verzehr geeignet. Während Knospen und Blüten lecker in Salaten schmecken, können die Blätter wie Spinat gedünstet oder zu einem heilenden Tee verarbeitet werden. Die Wurzel kann wie anderes Wurzelgemüse gekocht verzehrt werden.

Heilpflanzen - Nachtkerze
Die Nachtkerze ist sehr beliebt in der Kosmetik.

4) Heimische Heilpflanzen: Schafgarbe

Die Schafgarbe mit ihren weißen und zartrosa Blüten wächst hierzulande im Sommer fast überall und ist eine wunderschöne Dekoration in Blumensträußen. Aber die Schafgarne kann natürlich weitaus mehr als nur hübsch auszusehen – denn ansonsten hätte sie es nicht in diesen Artikel geschafft. 😉

In der Küche können die jungen, zarten Blätter mit ihrem sehr würzigen Geschmack als Zutat für Kräutersalze und –butter, für Brotaufstriche wie auch für Nudelteig verwendet werden. Fein gehackt können sowohl Blätter wie auch die Blüten in Salate oder in Gemüsepfannen gegeben werden.

Als Heilpflanze ist die Schafgarbe sehr vielseitig einsetzbar. Sie wirkt insbesondere bei Menstruationsbeschwerden wie auch bei jeglicher anderer Art von Blutungen heilend. Ihre beruhigenden Eigenschaften können sich bei wetterbedingten Kopfschmerzen und Migräne positiv auswirken. Bei Blähungen und Magen-Krämpfen wirkt Schafgarbe entkrampfend. Weiterhin stärkt die heimische Heilpflanze das venöse Blutsystem und hilft damit bei Beschwerden wie Krampfadern.
Zu Heilzwecken wird meist ein Tee aus getrocknetem und frischem Schafgarben-Kraut zubereitet.

Heilpflanzen - Schafgarbe
Schafgarbe wirkt gegen Menstruationsbeschwerden.

5) Heimische Heilpflanzen: Zitronenmelisse

Die Zitronenmelisse sollte aufgrund ihrer vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten in keiner Küche bzw. in keiner Hausapotheke fehlen.
Aufgrund ihres milden, zart nach Zitronen duftenden Aromas ist die Zitronenmelisse ein beliebtes Gewürzkraut für erfrischende Salate und für leckeren Tee, z.B. in Kombination mit Zitronensaft und Thymianblättern.

Als heilende Pflanze bringt die Zitronenmelisse eine ganze Reihe an wertvollen Inhaltsstoffen mit: ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavonoide. Diese Stoffe wirken stresslindernd, beruhigend, schlaffördernd, entkrampfend, antibakteriell wie auch antiviral. Aus diesem Grund kann die Zitronenmelisse bei folgenden gesundheitlichen Problemen eingesetzt werden: Angststörungen, Schlafstörungen, Stress, nervöse Unruhe, Erschöpfungszustände, Krämpfe, Magen-Darm-Probleme wie Blähungen und Durchfall, Menstruationsbeschwerden, leichtes Fieber, Insektenstiche und Übelkeit.

Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle die antivirale, antibakterielle wie auch antiparasitäre Wirkung der Zitronenmelisse, denn das Kraut wirkt im ganzen Körper gegen Parasiten, Viren und Bakterien. Es bekämpft das Epstein-Barr-Virus (EBV), Herpes Zoster und andere Viren der Herpes-Familie wie z.B. HHV-6. Ebenso zuverlässig wirkt Zitronenmelisse bei entzündlichen Erkrankungen, die durch Streptokokken verursacht werden. Weiterhin entgiftet das Kraut Leber, Milz und Nieren, was die Anfälligkeit für Blasenentzündungen und Harnwegsinfektionen reduziert.

Weitere heimische Heilpflanzen stelle ich dir in folgenden Beiträgen vor:
>> Heimische Heilpflanzen Teil 1
>> Heimische Heilpflanzen Teil 2

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