Ängste überwinden

Ängste überwinden

Leben mit Ängsten

Ängste sind Teil unseres Lebens und im Grunde genommen völlig normal. Jedoch können sie auch Überhand nehmen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Ängste wirklich krankhaft werden und damit unseren gesamten Alltag bestimmen.

Dabei ist Angst zunächst einmal ein urmenschliches Gefühl, eine grundlegende Emotion, die uns in bestimmten Situationen dabei hilft, Gefahren zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Droht eine Gefahr, wird durch das Angstgefühl Energie in unserem Körper freigesetzt, die wir benötigen, um uns entweder durch Flucht oder durch Kampf aus dieser Situation zu befreien. Damit hat Angst evolutionsbedingt eine lebensrettende Funktion.

Heute ist die Gefahr einer körperlichen Kampf- oder Fluchtsituation vor wilden Tieren oder Kriegern eher gering. Dennoch werden wir ständig mit Situationen konfrontiert, die Ängste auslösen können. Finanzielle Ängste, Existenzängste, Verlustängste, Prüfungsangst, Flugangst, Angst vor schweren Erkrankungen, Sorge um liebgewonnene Menschen, u.v.m. sind Ängste, die uns auch in der heutigen modernen Welt immer wieder begegnen.

Wie du mit Ängsten umgehen kannst und das du am besten tun solltest, wenn Ängste dein komplettes Leben bestimmen, erläutere ich dir in diesem Artikel.

“Normale“ und krankhafte Angst

Angst ist nicht gleich Angst. Es gibt kurzfristige Angstsituationen, die recht schnell wieder überwunden sind. Ebenso ist es möglich, auf längere Lebenskrisen und schwere Krankheiten basierende Ängste zu überwinden. Wenn Angst jedoch den gesamten Alltag bestimmt und zum Dauerthema wird, benötigen Betroffene professionelle therapeutische Hilfe.

Angstempfinden ist bei jedem Menschen ganz individuell. Während der eine in bestimmten Situationen ein unangenehmes, mulmiges Gefühl verspürt, reagiert ein anderer wiederum mit panischen Angstzuständen und entsprechenden körperlichen Symptomen wie Schmerzen, muskuläre Verspannungen, Verdauungsbeschwerden, Lähmung.

Situationsbezogene Ängste, z.B. vor Prüfungen, Sprechen vor Publikum oder vor dem Zahnarztbesuch sind in der jeweiligen Situation zwar lästig, sind aber von den Betroffenen mit einfachen Maßnahmen (z.B. gezieltem Entspannungstraining, Coaching u.a.) relativ gut in den Griff zu bekommen. Auch wenn du über einen Zeitraum von Wochen oder sogar Monaten immer wieder von Ängsten eingeholt wirst und dich zermürbende Gedanken quälen, weil du deinen Job verloren hast und Angst davor hast, deinen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten zu können oder weil bei dir oder einem nahen Angehörigen eine schwere Krankheit diagnostiziert wurde und du Angst vor möglichen schweren Folgen dieser Erkrankung hast, dann ist das noch kein Grund zur Sorge (auf dein Angstempfinden bezogen!).

Problematisch bzw. alarmierend wird Angst dann, wenn sie plötzlich und aus heiterem Himmel auftritt und mit regelrechten Panikattacken bzw. Angstanfällen verbunden ist. Meistens sind diese Anfälle mit heftigen körperlichen Reaktionen verbunden, so z.B. mit starkem Zittern am ganzen Körper, Druckgefühlen in der Brust verbunden mit Atemnot bis hin zur Hyperventilation, Herzrasen, Schwindel wie auch Krämpfen. In vielen Fällen haben Betroffene zudem Angst vor dem erneuten Auftreten dieser Angstanfälle und versuchen, Situationen so gut wie möglich zu vermeiden, in denen diese Anfälle auftreten können. Das wiederum kann zur Folge haben, dass sich die Betroffenen sehr stark in ihrem Leben einschränken und ganze Teile des gesellschaftlichen Lebens meiden.

Sofern Ängste deinen Alltag beherrschen, deine Gefühlswelt dauerhaft belasten und dich in deiner eigenen Handlungsfähigkeit stark einschränken, solltest du der Ursache unbedingt auf den Grund gehen, denn in diesem Fall kann in der Tat eine ernsthafte Angststörung oder auch eine andere psychische Erkrankung vorliegen, die unbedingt therapeutisch behandelt werden muss.

Ängste
Ängste sind Teil unseres Lebens und schützen uns vor Gefahren.

Möglichkeiten, Ängste zu überwinden

Jede Art von Ängsten kann überwunden werden. Während bei einer krankhaften Angststörung in den meisten Fällen professionelle Hilfe und therapeutische Unterstützung notwendig ist, können situationsbezogene Ängste, die bei Betroffenen lediglich ein mulmiges Gefühl mit ggf. leichten körperlichen Symptomen verursachen, bereits mit einfachen Maßnahmen gelindert oder sogar komplett überwunden werden.

Die einfachste Maßnahme wäre sicherlich, angstauslösende Situationen einfach zu vermeiden. Allerdings ist das genau der falsche Ansatz, denn Angst ist, wie bereits in der Einleitung erwähnt, ein wichtiger Teil unseres Lebens und wichtig, um in möglichen Gefahrensituationen entsprechend reagieren zu können. Vielmehr ist es wichtig, sich den eigenen Ängsten zu stellen.

Ich möchte dir nun 3 Möglichkeiten aufzeigen, die dir dabei helfen können, deine Ängste zu überwinden:

1. Ängste überwinden durch Konfrontation

Es hilft nichts, sich vor seinen Ängsten zu verstecken. Diese Strategie macht es eher schlimmer als besser. Wenn du deine Ängste überwinden möchtest, dann ist Flucht definitiv der falsche Ansatz.

Das Fatale: Je häufiger du vor deinen Ängsten flüchtest, desto bedrohlicher werden diese mit der Zeit. Zwar bringt diese Flucht zunächst einmal Erleichterung in der jeweiligen Situation. Aber die nächste angstauslösende Situation kommt bestimmt, und dann geht das Drama von vorne los. Ein Teufelskreis, den es zu überwinden gilt.

Vielmehr musst du dich mit deinen Ängsten konfrontieren. Ja, das klingt hart, aber wenn du deine Ängste langfristig überwinden möchtest, führt kein Weg daran vorbei!

Wenn du z.B. Angst davor hast, vor anderen Menschen zu sprechen, dann mache es so oft wie möglich. Nach einiger Zeit wirst du merken, dass die Angst immer mehr ganz von alleine nachlässt. Das passiert genau dann, wenn der Höhepunkt der Angst erst einmal erreicht ist. Das ist am Anfang sicherlich hart, aber du wirst merken, dass die Angstkurve mit der Zeit immer flacher wird und du dich immer sicherer fühlst.

2. Ängste überwinden durch Akzeptanz

Damit du deine Ängste durch Konfrontation überwinden kannst, ist es wichtig, dass du die entsprechenden Ängste auch akzeptierst und anerkennst, dass diese aus bereits genannten Gründen ihre Daseinsberechtigung haben.

Letztendlich ist es immer im Leben so, dass wir das Vorhandensein von etwas zunächst einmal akzeptieren müssen, um uns angemessen damit konfrontieren zu können. Und genau das solltest du mit deinen Ängsten auch tun. Akzeptiere, dass sie da sind und dass sie zumindest in bestimmten Situationen dein Handeln beeinflussen. Bist du diesen Schritt gegangen, kannst du mit der entsprechenden Auseinandersetzung beginnen.

3. Ängste überwinden durch Neuinterpretation

Ängste und damit zusammenhängende unangenehme Situationen sind meistens mit sehr negativen Gedankengängen und Gefühlen verknüpft. Kein Wunder also, dass sie diese Situationen am liebsten ganz vermeiden würden.

Aber hast du schonmal versucht, eine entsprechende Situation neu zu bewerten? Wenn du Prüfungsangst hast, dann überwiegen in diesen Situationen sicherlich Gedanken wie:
>> „Ich beherrsche das Thema nicht.“
>> „Ich könnte durchfallen.“
>> „Wenn ich durchfalle, fehlt mir diese Qualifikation für meine berufliche Laufbahn.“

Solche negativen Gedanken lösen selbstverständlich Gefühle wie Angst, Furcht und Panik aus. Gehst du mit diesen Gedanken in eine Prüfung ist diese in den meisten Fällen schon zum Scheitern verurteilt. Dabei gibt es vielleicht gar keinen Grund, ängstlich zu sein. Wenn du ausreichend gelernt und dich auf die Prüfungsthematik vorbereitet hast, dann gibt es doch gar keinen Grund, panisch zu sein, oder?

Also, vertraue dir selbst und gehe mit positiven Gedanken in die nächste Prüfung:
>> „Ich habe mich gut für die Prüfung vorbereitet.“
>> „Ich betrachte diese Prüfung als Herausforderung.“
>> „Jetzt kann ich endlich zeigen, was ich alles gelernt habe.“
>> „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“

Na, das klingt doch schon ganz anders, oder? Solche positiven Gedanken rufen wiederum angenehme Gefühle hervor wie z.B. Gelassenheit, Neugierde, Selbstsicherheit, leichte Aufregung, Vorfreude.

Das ist natürlich nur ein einziges Beispiel, ein kleiner Impuls, wie man mit Ängsten umgehen kann. Probiere es einfach mal aus und notiere dir ruhig, welche Gefühle eine bestimmte Angstsituation in dir hervorruft und mache dir Gedanken darüber, wie du diese Situation positiver bewerten könntest.

Ängste
Prüfungsangst kann durch eine positive Neubewertung der Situation überwunden werden.

Entspannung gegen die körperlichen Symptome von Ängsten

Angst bedeutet Stress für unseren Körper und Geist. Es werden Energiereserven mobilisiert, Stresshormone ausgeschüttet und weitere körpereigene Schutzmechanismen aktiviert, um die bedrohliche Gefahr abzuwehren. Finden wir keinen Ausgleich, dann ist die Gefahr von stress- bzw. angstbedingten Erkrankungen sehr groß.

Aus diesem Grund kann ich dir nur wärmstens ans Herz legen, dich regelmäßig zu entspannen. Menschen, die regelmäßig Entspannungsmaßnahmen in ihren Alltag integrieren, gehen wesentlich gelassener durchs Leben und können mit Situationen, die bei anderen Menschen unangenehme Angstgefühle hervorrufen, besser umgehen.

Übrigens gibt es auch zahlreiche Möglichkeiten, sich mithilfe von kurzfristigen Entspannungsmethoden in akuten Stress-/Angstsituationen zu beruhigen. Eine Atemübung oder ein kurzes Mentaltraining können hier ebenso hilfreich sein wie eine körperliche Siegerpose mit einem lauten, verbalen „YES! Ich schaffe das!“. Jeder Mensch ist anders, deswegen ist es wichtig, dass du auch hier ein wenig ausprobierst und die richtige Technik findest, die zu dir passt.

Einige sehr beliebte und einfache Entspannungstechniken stelle ich dir in folgendem Artikel vor: >> 7 Tipps für mehr Entspannung im Alltag

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Ängste überwinden: So schaffst du es!
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